Ein digitaler Rundgang durch die Bibliothek:

iCampus Architekturführer (de)

iCampus Architectural Guide (en)

Die Panoramabilder zeigen verschiedene Eindrücke des Bibliotheksgebäudes.

Das Bibliotheksgebäude und seine Historie

Die Schlüsselübergabe der neuen und campuszentral gelegenen Hochschulbibliothek der TFH Wildau unter dem Dach einer bereits 1921 errichteten Demontage- und Schwermaschinenhalle fand am 11. September 2007 statt, somit die Konversion von einer Fabrikhalle hin zu einem kulinarischen (Mensa, Cafeteria) und geistigen Tempel vollendet ist.

Begann zehn Jahre zuvor bereits die Raumbedarfsplanung der neuen "Zentralbibliothek", wurden die ersten Spatenstiche am denkmalgeschützten Klinkerbau am 25.11.2002 gesetzt. Nach dem Abriß des Vorbaus wurde im November 2003 mit den ersten Umbaumaßnahmen begonnen, so daß am 14.5.2004 der Grundstein gelegt werden konnte. Nach dem Richtfest am 8. Dezember 2005 überdauerte es abermals eine längere Zeit, bis die ca. 12. Mio. EURO verbaut wurden. Damit kann die neue Bibliothek erstmals ihre Dienste und Serviceleistungen gebündelt an einem Standort und in unmittelbarer Nachbarschaft zur S-Bahn-Haltestelle Wildau anbieten und weiß sich nicht mehr auf beide, zwei Kilometer auseinanderliegende Standorte (Haus 13 auf dem Campus Bahnhofsstrasse und Haus 7 auf dem Campus Friedrich-Engels-Strasse) verteilt.

 

 

Werk Wildau von Süden gesehen, aus: 75 Jahre Schwartzkopff. Berlin 1928 (Industrie-Bibliothek, Bd. 23; Abb. 63).

 

 

Die sogenannte Halle 10 wurde 1921 erbaut und besitzt eine Grundfläche von ca. 1000 qm. Die ehemalige Demontagehalle, die bislang über keine Geschoßunterteilung verfügte, steht heute wie die angrenzenden Industriegebäude unter Denkmalschutz.

 

Aufnahme von Chestnutt Niess

 

Zu Beginn dieses neuen Jahrtausends erging der Auftrag zur Umgestaltung dieser Halle an die Architekten Chestnutt und Niess. Ihr Entwurf sieht vor, die städtebauliche Positionierung der historischen Halle als Angelpunkt zwischen der TFH und der restlichen gewerblich genutzten Industrieanlage sowie als Tor an der Querachse zur ehemaligen Arbeitersiedlung (heute Gemeinde) durch einen zeitgenössischen Ergänzungsbau zu unterstreichen, und dabei der veränderten Nutzung des Gebäudes Ausdruck zu verleihen.

 

 

Modellfoto von C_N mit Blick auf Ost- und Südfassade

 

Passt sich die Halle mit ihrer Aussenhülle, der an drei Seiten massiv gemauerten Ziegelsteinfassade, Giebel und Fenstereinlassungen in das historisch gewachsene Ambiente der gerade beginnenden goldenen 20er Jahre ein, verkündet bereits die auffällige Glasdachkonstruktion die im Innenraum fortgesetzte Modernisierung, die mit der Unterteilung eines ursprünglich monolithen Innenraumes in mehrere Geschossebenen ihren Anfang nimmt. Eine von aussen her sichtbare Veränderung stellt die Verlängerung der östlichen Ausdehnung des Gebäudes dar. Der Ergänzungsbau zur Bahnseite hin führt die vorhandene Gebäudegeometrie fort und ermöglicht die Flucht der langen, die gesamte Anlage betreffenden Giebelfront, womit erstmals ein südlicher Abschluss als städtebauliche "Kante" geschaffen wird.

 

 

Luftaufnahmen 2005 von Peter Ungvári

 

Lagen 2002 die Entwürfe und Pläne des beauftragten Architekturbüros vor, dauerte es bis zur Grundsteinlegung für das sogenannte Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum einschliesslich Mensa und Cafeteria noch bis zum 14. Mai 2004. Bauverzögerungen sind auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen, u.a. auf die festgestellte Kontamination des Baugrundes, Insolvenzen bzw. Auftragsrückgabe einiger beteiligter Firmen, Nachbesserungen an den Bauplanungen und dem finanziellen Rahmen.

 

 

Südfassade der Baustelle von Halle 10 mit Vorbau (von Wolfram Donau)

 

Der Haupteingang befindet sich im historischen Teil der Südfassade, dem Campus der TFH zugewandt, und führt in das alle Nutzungen verbindende Eingangsfoyer. Funktional gliedert sich die Halle 10 in zwei Hauptbereiche: während im Erdgeschoss die Mensa mit separater Cafeteria auf ca. 900 qm untergebracht sind, beansprucht die Hochschulbibliothek neben dem bis zu 40 Personen aufnehmenden Vortragssaal im Erdgeschoß alle drei Obergeschosse mit einer Nutzungsfläche von über 1400 qm. Damit verdreifacht sich die Nutzungsfläche der Bibliothek in Bezug zur jetzigen Größe und anstatt bislang 1.800 laufende Regalmeter für die Aufnahme der ca. 85.000 Medien zur Verfügung standen, sind es in Halle 10 über 3.000 laufende Regalmeter.
Über eine runde, repräsentative Haupterschliessungstreppe und einen gläsernen Aufzug gelangt man in die Bibliothek und damit in den freizügig gestalteten Innenhof, auch Belle Etage genannt, der einen ungehinderten Blick in die anderen Geschossebenen und zum Glasdach bzw. Oberlicht zulässt. Im 1. OG befinden sich die neben der Garderobe und den Schliessfächern die Informationshtheke, außerdem die vier RFID-Selbstverbuchungsgeräte und die stark frequentierte Lehrbuchsammlung mit ihren ca. 16.000 Exemplaren. Große Arbeitstische laden im östlichen Teil ebenso zum Verweilen ein, wie vier auf den Asphaltplatten angeordnete Sessel. Außerdem bietet diese Etage einen Kopierraum an, in dem ebenfalls die Geldkartenfunktion der Chipkarten aktiviert werden kann. Insgesamt stehen den Bibliotheksbenutzern ca. 150 Arbeitsplätze in angenehmen Ambiente zur Verfügung, nicht zu vergleichen mit den früheren 20, die zudem auf zwei Bibliotheken verteilt vorzufinden waren.
Die zwei weiteren Bibliotheksebenen sind um den raumgreifenden, überdachten Innenhof organisiert und über eine östliche und westliche Treppe, neben dem Fahrstuhl, erschlossen. Dort befinden sich der nicht entleihbare Lesesaal- und der eintleihbare Freihandbestand der Bibliothek, die Mediathek, ein Gruppenarbeitsraum, vier Arbeitskabinen (Carrels), die Büroräume des Personals und zahlreiche Arbeitstische.

 

 

Außenansicht - Blickrichtung Westen (Computermodell von CN)

 

 

 

 

Innenansicht vom 2. OG - Blickrichtung Osten (Computermodell C_N)

 

 

Innenansicht vom 1. OG - Blickrichtung Westen (Computermodell C_N)

 

 

Innenansicht vom 3. OG - Blickrichtung Westen (Computermodell C_N)

 

 

Blickrichtung Westen (Fotos vom 20.09.07)

 

 

 

 

 

Der Grundstein für eine neue Ära der Bibliotheksarbeit, der Bibliothek als Lernort ist gelegt, nutzen wir die neuen örtlichen Gegebenheiten!

 

 

Ihr Bibliotheksteam