Willkommen auf der Website der TH Wildau zum Forschungsprojekt "RESKON - Nachhaltige fähigkeitsbasierte und messbare Resilienzerhöhung von Staat und Verwaltung durch kontinuierliche Verbesserung".
Im BMFTR-Vorhaben RESKON wird ein modularer Werkzeugkoffer zur systematischen Steigerung der Resilienz von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben erarbeitet. Ziel ist es, Behörden zu befähigen, ihre Resilienz gegenüber krisenhaften Ereignissen eigenständig zu messen, Fähigkeitslücken zu identifizieren und durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess nachhaltig zu erhöhen. Der Werkzeugkoffer kombiniert qualitative und quantitative Ansätze zur Resilienzbewertung mit konkreten Maßnahmen und Trainingsformaten für die praktische Umsetzung.
Aktuelles
05. Februar 2026 - RESKON in den "TH Themen" von radioSKW
Wie können sich Städte und Verwaltungen besser gegen Krisen wappnen? Im aktuellen „TH Themen“-Interview der TH Wildau bei radioSKW geben Projektkoordinator Jan Seitz und der Wildauer Bürgermeister Frank Nerlich Einblicke in die praktische Umsetzung vor Ort und sprechen über den Begriff und die Bedeutung von Resilienz im Alltag einer Kommune/Stadt. Jan Seitz erläutert auch, wie im Forschungsprojekt RESKON messbare Lösungen für eine nachhaltige Resilienzerhöhung mit den Projektpartner*innen entwickelt werden. Das Interview gibt es zum Nachhören als Podcast bei radioSKW und Spotify.
Konsortialtreffen des Projektes am 27. November 2025 in Berlin
Projektumriss
Hintergrund und ProblemstellungBereich öffnenBereich schließen
Die zunehmende Häufigkeit und Komplexität von Krisenlagen stellt Behörden aller Ebenen vor die Frage, ob sie gegenwärtig und zukünftig über die richtigen Fähigkeiten verfügen, um ihre Aufträge auch in Krisensituationen zu erfüllen. Bisherige Forschungsprojekte adressieren zwar einzelne Fähigkeiten wie Dekontamination, Einsatz autonomer Fahrzeuge oder Koordination von Spontanhelfenden, es fehlt jedoch eine übergeordnete, systematische Betrachtung zur Katalogisierung von Fähigkeiten und Identifikation von Fähigkeitslücken. Zudem findet der für die Stärkung vorhandener oder Ausbildung neuer Fähigkeiten geeignete kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in Behörden bisher kaum Anwendung, sodass Behörden die nötigen Werkzeuge für die systematische Bewertung und Steigerung ihrer Resilienz fehlen.
An dieser Stelle setzt das Vorhaben RESKON an: Es entwickelt erstmals ein umfassendes Fähigkeitsmodell für behördliche Resilienz, verbindet es mit quantitativen Messmethoden und implementiert passgenaue Maßnahmen durch einen speziell auf Behörden zugeschnittenen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Ziele und Aufgaben des VorhabensBereich öffnenBereich schließen
Der RESKON-Werkzeugkoffer besteht aus sechs ineinandergreifenden Modulen, die gemeinsam als integriertes System, aber auch separat genutzt werden können:
1. Resilienzfähigkeitsmodell – Qualitative Feststellung des Niveaus der bestehenden sowie erforderlichen resilienzsteigernden Fähigkeiten in Behörden. Das Modell beschreibt nicht nur die Fähigkeiten selbst, sondern auch deren unterschiedliche Stufen (analog zu Reifegradmodellen), Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Eine fragebogenbasierte Evaluierungsmethode ermöglicht die Erhebung des IST- und SOLL-Zustands sowie die Identifikation von Fähigkeitslücken.
2. Resilienzquantifizierung – Systematisches Verfahren zur quantitativen Erfassung der Resilienz durch Aufbau eines Netzwerkmodells der wesentlichen Elemente von Behörden. Simulationsgestützte Durchführung der Resilienzquantifizierung für vorgegebene Szenarien ermöglicht die Bewertung der Resilienzsteigerung durch konkrete Maßnahmen wie Personalerhöhung.
3. Methodenkatalog – Detaillierte Übersicht resilienzsteigernder komplexer Maßnahmen, spezifischer Methoden, Instrumente und Trainingskonzepte. Diese werden hinsichtlich Praktikabilität, Fähigkeitszuordnung, notwendiger Ressourcen und erwarteter Effekte analysiert und bieten passende Lösungen zur Verbesserung spezifischer Fähigkeiten.
4. Kooperationskonzept – Entwicklung zur Verbesserung der horizontalen und vertikalen Kommunikation, Koordination sowie des Wissenstransfers zwischen und innerhalb von Behörden. Das Konzept baut auf dem vom BBK federführend erstellten Integrierten Risikomanagement auf.
5. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) – Speziell auf Behörden zugeschnittenes Konzept zur strategischen und langfristigen Optimierung von Prozessen und Strukturen. Der KVP bringt die intendierten Veränderungen direkt in die Umsetzung, schafft eine Vertrauenskultur und fördert Innovationen unter Berücksichtigung der spezifischen behördlichen Rahmenbedingungen.
6. Transformations- und Trainingsformate – Unterstützung der praktischen Implementierung und Stärkung des Transfers in den behördlichen Alltag. Die Formate fördern ein besseres Verständnis, aktiveres Handeln und stoßen einen nachhaltigen Kulturwandel in Behörden an.
Alle Schritte zusammen bilden den „RESKON-Zyklus“: Von der initialen Resilienzbewertung über die Maßnahmenidentifikation und -umsetzung bis zur erneuten Bewertung im Sinne einer nachgelagerten Erfolgskontrolle. Durch kontinuierliche Wiederholung des Zyklus können die Resilienz fortlaufend verbessert und so das erforderliche Resilienzniveau aufrechterhalten werden.
Aufgaben der TH Wildau in RESKONBereich öffnenBereich schließen
Die Technische Hochschule Wildau ist in sämtlichen Arbeitspaketen involviert und leitet die Arbeiten für zwei zentrale Module des RESKON-Werkzeugkoffers:
Resilienzfähigkeitsmodell (AP2):
- Konzeption eines umfassenden Fähigkeitsmodells der behördlichen Resilienz auf Grundlage von Fachkenntnis, System- und Sachlogik sowie Feedback der Praxispartner
- Entwicklung einer Evaluierungsmethode zur Erhebung des aktuellen und erforderlichen Fähigkeitsniveaus
- Bestimmung eines Zukunfts- und Zielbildes behördlicher Resilienz
- Ermittlung der Basisresilienz
- Erhebung individueller Fähigkeitsprofile
Das Modell wird mit jedem Praxispartner mindestens dreimal erprobt und iterativ verbessert. Ein wesentliches Ergebnis ist ein Leitfaden für die eigenständige Anwendung durch Behörden.
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (AP6):
- Konzeption eines speziell auf Behörden zugeschnittenen KVP unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen (bürokratische Strukturen, starre Hierarchien, Fehlerkultur)
- Mehrfache Erprobung mit den Praxispartnern sowie stetige Weiterentwicklung auf Basis des Anwendungsfeedbacks
- Enge Verzahnung mit den Transformations- und Trainingsformaten zur Sicherstellung einer nachhaltigen Implementierung
Auch hier ist Leitfaden zur Einführung und dauerhaften Verankerung des KVP in Behörden ein wesentliches Ergebnis.
Darüber hinaus unterstützt die TH Wildau die Arbeiten in der Bedarfsanalyse und Szenarienentwicklung (AP1), bei der Resilienzquantifizierung (AP3), im Methodenkatalog (AP4), beim Kooperationskonzept (AP5) sowie bei Evaluation, Koordination und Transfer (AP7).
Projektbeteiligte / -partner*innenBereich öffnenBereich schließen
Projektpartner*innen (Verbundprojekt)
- Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) – Verbundkoordination (Projektleitung Maike Vollmer)
- Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI)
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
- Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
- Technische Hochschule Wildau
- Compleneo Consulting GmbH
- Feuerwehr Dortmund
Assoziierte Partner*innen (ggf. auch verlinken)
- Gemeinde Hofstetten
- German Institute of Defense Studies (GIDS)
- Deutsche Hochschule der Polizei (DHPOL)
- The European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats (Hybrid CoE)
- Stadt Wildau
MittelgeberBereich öffnenBereich schließen
Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Programms:
Forschung für die Zivile Sicherheit - Sicherstellung und Verbesserung der Handlungsfähigkeit von Staat und Verwaltung bei krisenhaften Ereignissen
Laufzeit: 36 Monate
Gesamtzuwendung des Kooperationsprojektes: ca. 2,88 Mio. Euro
Weiterführende Informationen und ProjektergebnisseBereich öffnenBereich schließen
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Veröffentlichungen, Presse und WissenstransferBereich öffnenBereich schließen
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