Innovative Hochschule – Innovation Hub 13
Hier ist das Logo des Innovation Hub 13.
Transferprojekt

Innovative Hochschule – Innovation Hub 13

Die beiden Hochschulen TH Wildau und BTU Cottbus-Senftenberg haben sich als überregionale Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft für das Land Brandenburg zusammengeschlossen.

Die Technische Hochschule Wildau und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg haben sich erfolgreich beim bundesweiten Ausschreibungsverfahren „Innovative Hochschule“ mit ihrem gemeinsamen Transferprojekt „Innovation Hub 13“ durchgesetzt. Beide Hochschulen entwickeln eine zentrale Plattform für neue Impulse im Wissens- und Technologietransfer. Das Projekt erhält für fünf Jahre insgesamt 14 Mio. € und startete am 1. Januar 2018.

Über den Innovation Hub 13

Aus Globalisierung und Digitalisierung sowie der notwendigen Transformation der Energieversorgungs- und Produktionssysteme ergeben sich für Regionen mit ihren jeweiligen Spezifika gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herausforderungen. Keine wissenschaftliche Disziplin, kein wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Akteur allein kann durch sein Handeln eine Lösung der Probleme erreichen. Vielmehr sind offene und kollaborative Innovationsprozesse unter Interaktion aller Beteiligten in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereichen notwendig. Dies stellt hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit der Akteure der Region, insbesondere an die Fokussierung auf offene Innovationsprozesse und eine langfristige Bündelung der Innovationsressourcen.

Die TH Wildau und BTU Cottbus – Senftenberg nehmen ihre Rolle im regionalen Innovationssystem an. Sie werden als Vermittler und Übersetzer wissenschaftlicher Erkenntnisse für und in die Wirtschaft und Zivilgesellschaft agieren und dabei die Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft einbinden. Dazu werden die beiden Hochschulen einen Innovation Hub aufbauen und betreiben. Der Innovation Hub integriert und organisiert die verschiedenen Innovationsakteure mit deren Wissen und Ressourcen, technischen Infrastrukturen sowie Methoden und Interessen, wobei die zusammengeführten Hochschulkompetenzen sein Aktivitätszentrum bilden. Mit dem Innovation Hub werden Voraussetzungen geschaffen, akteursübergreifend Problemlösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen der Projektregion zu entwickeln.

Im Rahmen ihrer aktiven Rolle im Innovation Hub bauen die beiden Hochschulen kommunikative Hürden zwischen Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen ab. Das Zusammenbringen aller gesellschaftlichen Akteure der Region ermöglicht so die partizipative Gestaltung der sozioökonomischen und technologischen Entwicklung der Region. Hochschulinterne traditionelle Strukturen werden aufgebrochen und hochschulübergreifend Kernkompetenzen aus beiden Hochschulen gebündelt und weiterentwickelt. Transferprozesse können parallelisiert und beschleunigt werden: ein „fast track to transfer“.

Der Innovation Hub ist eine

  • regional verortete,
  • Bottom-up ausgerichtete,
  • sowie Akteure, Infrastrukturen und Kompetenzen integrierende Drehscheibe

zur Hervorbringung von Innovationen in spezifischen Anwendungsfeldern, die für die Region relevant sind. Innovation Hubs begründen Hotspots der Regionalentwicklung und entwickeln regionale Strahlkraft.

Transferscouts

Das Transferscouting umfasst die aktive Suche, Dokumentation und Bewertung von Technologien hinsichtlich der Verwertungsoptionen wie beispielsweise Patentierung und Lizensierung oder Unternehmensgründungen. Akteure sind hier die Transferscouts. Sie werden eine Schlüsselrolle im Innovation Hub einnehmen. Sie sensibilisieren für Transferaktivitäten, identifizieren Forschungsergebnisse und bewerten deren Verwertungspotenzial. Zudem ermitteln sie mögliche Anwendungsfelder, Ergebnisabnehmer sowie weitere Kooperationspartner und Bedarfe der regionalen Akteure.

Die Transferscouts „übersetzen“ zwischen den Akteuren des Innovationssystems, vermitteln zwischen Wissenschaft und Verwertung, beobachten Trends und Märkte und agieren interaktiv mit Institutionen und Hub-Akteuren. Das Team der Transferscout wird interdisziplinär ausgerichtet sein, damit die Scouts unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen einbringen und Anschlüsse zwischen den Forschungsansätzen und –ergebnissen erkennen und nutzen.

Transferscouts
© M. Vossel / TH Wildau

Innovation Labs | Experimentallabore

Der Innovation Hub enthält verschiedene Elemente, mit denen Innovationsprozesse angestoßen und entwickelt werden sollen. Ein Element sind die Innovation Labs, in denen Wissen, Technologien, Infrastrukturen und Methoden gebündelt werden. Das beginnt bei der Erarbeitung eines Problemverständnisses und setzt sich fort über Problemdefinition, Ideengenerierung, Entwicklung der Problemlösung und deren Erprobung bis hin zur gemeinsamen Verwertung. Die Innovation Labs sind weniger strukturell geschlossene physische Einheiten als vielmehr dezidierte interdisziplinäre, flexible und agile Organisationen, die offen für alle Wissenschaftsdisziplinen sind.

Labor
© von Amsberg / TH Wildau

Infrastrukturell untersetzt soll mit den drei Themen „Digitale Integration“, „Leichtbau“ und „Life-Sciences“ begonnen werden, weil sie sowohl eine hohe Relevanz für die Hochschulen, wie auch das entsprechende Nachfragepotenzial in der Region besitzen. Die thematischen Bereiche und Labs sind aber weder hermetisch voneinander abgegrenzt noch ist ihre Anzahl abschließend. „Digitale Integration“ wird beispielsweise als Enabler für andere Bereiche wie die Transformation des Produktionssystems oder des Energiesystems gesehen werden und die Einrichtung weiterer Innovation Labs begründen.

Showrooms

Die beiden Hochschulen wollen ihre Leistungspotenziale sichtbarer machen und planen dazu die Einrichtung von Showrooms. Diese werden an beiden Standorten realisiert. Es gilt zunächst, ein hochschulweites Modell zu konzipieren, das den verschiedenen Bedingungen von Wissenschaftsdisziplinen und Bedürfnissen der Zielgruppen (Unternehmen und Gesellschaft) gerecht wird.

Die Showrooms sind nicht nur Ausstellungsorte, sondern auch Orte der Begegnung. (Vor-)Führungen geben, Workshops und Konferenzen ermöglichen den Know-how-Transfer in die Gesellschaft. Es werden Co-Working Spaces zur gemeinsamen Bearbeitung technischer und wissenschaftlicher Fragestellungen etabliert werden.

Neben den realen Showrooms werden sie auch virtualisiert. Dadurch gewinnen der Innovation Hub sowie die beiden Hochschulen insgesamt Unabhängigkeit von ihren realen Standorten und die realen Showrooms eine virtuelle Dimension.

Insgesamt unterstützen die Showrooms die Öffnung der Hochschulen für eine breite Öffentlichkeit. Hochschulen werden als „offene Hochschulen“ für Akteure und die Gesellschaft in der Region erfahrbar. Es entstehen ein enger Kontakt aller Akteure des regionalen Innovationssystems zur Wissenschaft vor Ort und neue Formen des Dialogs und der Interaktion.

Testbed

Die technologische Entwicklung in vielen Bereichen ist enorm. Gerade durch die Informations- und Kommunikationstechnologien ergeben sich für Wirtschaft und Wissenschaft viele neue Möglichkeiten. Für Klein- und Mittelständische Unternehmen, die für die Region charakteristisch sind, bedeutet dies aber ebenso Möglichkeit wie auch Herausforderung. Die Investitionskosten sind beispielsweise hoch, ohne dass das der Erfolg für die Unternehmen automatisch garantiert wäre.

Im Rahmen des Innovation Hub 13 wird deshalb eine Testumgebung für regionale Partner (Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft) zur Erprobung neuer technologischer Ansätze entwickelt. Dies bietet die Chance für eine niederschwellige Annäherung an technologische Zusammenhänge (insbesondere für die Zivilgesellschaft). Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, eng mit Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten.

Beratung und Lösungen zu konkreten technologischen Problemstellungen und Begleitung von der Problemstellung bis zur spezifischen Lösung sind ebenso möglich wie die Analyse und Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen. Unternehmen können so neue Lösungen testen und dabei ihre Kosten gering halten. Durch die Verknüpfung verschiedener Technologien und Disziplinen ergeben sich neue Innovationsansätze. Geplant ist die Etablierung einer virtuellen Plattform zum Austausch von Daten zwischen den Forschungspartnern mit Zugriffsmöglichkeit für die Industriepartner, so dass nicht immer das Testen vor Ort an einer der Hochschulen notwendig ist.

Die Testbed-Aktivitäten verstärken und intensivieren die Zusammenarbeit der beiden Hochschulen mit den Partnern des regionalen Innovationssystems. Die Hochschulen werden auf diese Weise zentraler Testpartner in der Region, für sie ergeben sich neue Fragestellungen für Forschung, Lehre und Transfer und unterstreicht ihren Charakter als „offene Institutionen“.

Regional Foresight

Mit Hilfe des Innovation Hubs 13 werden notwendige Transformationsprozesse in der Region unter Einbeziehung aller Partner des regionalen Innovationssystems angestoßen und umgesetzt. Regionale Problemlagen bilden den Ausgangspunkt von Innovationen. Damit sind aber noch keine Maßnahmen definiert oder eine wünschenswerte Richtung beschrieben, in welche Richtung die regionale Entwicklung gehen soll. Deshalb wird der innovative Ansatz des Regional Foresight für die Region im Sinne eines systematischen, partizipativen Ansatzes mit mittelfristiger bis langfristiger Perspektive nutzbar gemacht. Regional Foresight basiert regionalbezogen auf den Elementen Antizipation, Teilhabe, Netzwerk, Vision und Handeln.

Es erfolgt ein Benchmarking im Ideen-, Wissens- und Technologietransfer mit dem Ziel der Identifikation von Good-Practice-Beispielen. Dabei wird durch Zukunftskonferenzen und Bürgerpanels die Zivilgesellschaft systematisch und zielgerichtet in den Dialog über regional- und wissenschaftsspezifische Themen miteinbezogen.

Ziel ist es, eine klare und gemeinschaftliche Problemwahrnehmung zu erreichen sowie kollaborative Lösungsansätze zu initiieren. Es wird ein System entwickelt zur Identifizierung regionaler Innovationsanlässe sowie politikfeldübergreifende Innovationspolitiken.