Schwerpunkte
Blick in den Raum des Bibliothekssymposiums

Schwerpunkte

13. Wildauer Bibliothekssymposium am 14./15. September 2021

Ähnlich dem letzten, findet das 13. Wildauer Bibliothekssymposium virtuell als Webex-Konferenz an zwei, teils etwas längeren, Nachmittagen statt, somit die Schwierigkeit der persönlichen Kontakte und Zwiegespräche bestehen bleibt, aber die kostenlose Teilnahme ortsunabhängig vielleicht Vielen die Teilhabe erlaubt. Der 14.9. ist auf zwei Themen verteilt. Ab 14 Uhr ist ein gut besetztes Diskussionsforum rund um das Thema Raum angesetzt, Raum und die neuen Ansprüche an ihn durch Digitalisierung. Am späteren Nachmittag, ab 17 Uhr, wird der Faden der letzten Symposien bzw. IFLA-preconference aufgenommen, um eine verstetigte Austauschplattform den robot-usern zu bieten. Am Mittwoch, den 15. September, beginnt der Nachmittag um 14 Uhr mit einem Diskussionsforum dazu, was sich Informationseinrichtungen von KI-Technologien wünschen (Erschließung, Automatisierung etc.) und was die Technologie zu leisten bereits in der Lage ist. Im zweiten Teil wird das Konzept eines Curriculums für einen möglichen Micro-Degree vor- und zur Diskussion gestellt, der BibliothekarInnen ermöglichen soll, selbstbestimmt und kenntnisreich KI-Technologien bedarfsgerecht auf den eigenen Arbeitsbereich zu beziehen. Dieses Konzept und seine bisherigen inhaltlichen Ausprägungen soll seitens des Angebots und der Nachfrage gemeinsam debattiert werden.

14. September 2021: Bibliothek als physischer Raum des ersten bis dritten Grades, wohin führt uns die funktionale Reise?

Bibliothek als Ort wurde bislang als dritter Ort reflektiert, mit Blick auf die KundInnen und Zielgruppen. Dieser Fokus hat sich etwas verschoben, u.a. mit dem Impuls, dass durch die Corona-Pandemie die Digitalisierung einen großen Vorschub erhielt und entsprechende Onlineangebote und -zugänge den Raum in der Nutzung verändern (z.B. weniger Regale). Man muss teilweise schon seit Jahren nicht mehr in die Bibliothek gehen, um auf die dort kuratierte und zugänglich gemachte Information zuzugreifen. Was wird damit aus dem Raum? Ein Lern-, Begegnungs-, Gemeinschaftsort? Was bietet er, was man zu Hause mit Onlinezugriff nicht findet?

Ein zweiter Aspekt betrifft das Verschmelzen vom ersten und zweiten Ort für MitarbeiterInnen von Informationseinrichtungen. Erst im Zuge der Urbanisierung und Verstädterung auf der einen und der Industrialisierung auf der anderen Seite etablierte sich die räumliche Trennung von Wohn- und Arbeitswelt. Telearbeit von zu Hause aus hielt mit dem Internet in geringem Maße Einzug in die Arbeitswelt, ist seit letztem Jahr aber nicht mehr wegzudenken und eher die Regel als die Ausnahme. So kann man heutzutage nach getaner Arbeit keinen Arbeitskittel mehr an den Nagel hängen als Ritual des Übergangs von Arbeits- zu Freizeit. Beide Welten verschmelzen seit den Herausforderungen der Corona-Pandemie über Telearbeit und Home Office. Wenn man viele Tätigkeiten ungestört, effektiv und familienfreundlich von zu Hause erledigen kann, wozu ist dann noch der Arbeitsort vorhanden? Was zeichnet ihn aus und wie soll er künftig bei der Erledigung beruflicher Aufgaben unterstützen?

Diese beiden Aspekte diskutieren nach Eingangsstatements u.a. der Berliner Architekt Prof. Robert Niess, vom brandenburgischen Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung Prof. Dr. Suntje Schmidt Berlin, von Microsoft Herr Mantzel und Herr Klein und weitere. Das Diskussionsforum wird den TeilnehmerInnen geöffnet dadurch, dass mehrere Durchläufe von break-out sessions angeboten werden, um in den direkten Kontakt mit den PodiumsteilnehmerInnen zu treten.

Anwendertreffen und Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Robotern in Informationseinrichtungen (ab 17 Uhr)

Mit Rückblick auf die letzten Wildauer Veranstaltungen soll der Dialog zum bisherigen Einsatz von Pepper, Nao & Co auf informellem Weg in diesem Rahmen fortgesetzt werden. Es geht um einen ungezwungenen Austausch und Vernetzung. Entsprechende Statements der Einrichtungen können direkt eingebracht werden und sollten die Dauer von 10 Minuten nicht überschreiten. Seitens der TH Wildau bestehen darüber hinaus drei Interessensschwerpunkte: Erstens, auf welche Weise sollen dauerhaft im Internet Informationen aus dem Kreis der Roboter-AnwenderInnen dokumentiert werden, zweitens, gibt es noch wichtige Aspekte, die in eine monographische Sammlung eines geplanten Werkes mit dem Titel "Robots in Libraries" eingebracht werden können und drittens, soll 2022 wieder eine vor-Ort-Konferenz zu dem weiten Feld Roboter geplant werden.

15. September 2021: KI im Werkstattgespräch zu Wünschen und Möglichkeiten der systematischen Annäherung

Der zweite Konferenztag des Bibliothekssymposiums ist ab 14 Uhr, ähnlich wie in den Vorjahren, abermals der KI-Technologien gewidmet. Ausgehend von einem in B.I.T.-Online in zwei Teilen publizierten Beitrag einer größeren Autorengruppe geht es eingangs um die Frage, welche Wünsche seitens der Bibliotheken an die neue Technologie herangetragen werden und was zu leisten sie im Stande ist. Diskutieren werden neben bibliothekarischen VertreterInnen KI-Professoren wie Prof. Frank Puppe von der Universität Würzburg erwartet. Dieses Diskussionsforum wird gegenüber den TeilnehmerInnen ebenfalls geöffnet.

Im zweiten Teil wird das Konzept für ein Weiterbildungsangebot vorgestellt und diskutiert. Es hat im Rahmen eines sogenannten Micro-Degrees das Ziel, über Module zum Maschinellen Lernen, Mustererkennung, Deep Learning, automatisierte Erschliessung als mit KI verknüpfte Attribute grundlegende Fertigkeiten zu KI-Technologien zu vermitteln. Dabei sollen Aspekte wie Datenvorbereitung, Ethik etc. nicht zu kurz kommen. Modulverantwortliche und DozentInenn stellen ihre jeweiligen Module in Steckbriefen vor und diskutieren sie mit einem interessierten Publikum hinsichtlich des Abgleichs von Angebot und Nachfrage.