Erinnerungsort zur NS-Zwangsarbeit auf dem Campus der TH Wildau
Historisches Bild für Erinnerungsort auf dem Campus
Der Campus und seine Geschichte

Erinnerungsort zur NS-Zwangsarbeit auf dem Campus der TH Wildau

Die TH Wildau hat es sich anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens zur Aufgabe gemacht, zur Aufarbeitung der Geschichte ihres Standorts beizutragen.

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Erinnerungsort zur NS-Zwangsarbeit auf dem Campus der TH Wildau

Der Campus der Technischen Hochschule Wildau (TH Wildau) ist ein Industriestandort mit Geschichte. Davon zeugen die sanierten Werkhallen, in denen heute gelehrt, gelernt und geforscht wird, aber auch die Schwartzkopff-Siedlung jenseits der Bahngleise und nicht zuletzt die historische Lokomotive, die pünktlich zum Jubiläum der TH Wildau aufwendig in Stand gesetzt wurde.

Um 1900 herum errichtete die Berliner Maschinenbau AG (vormals Schwartzkopff) in Wildau eine Lokomotivproduktionsstätte von internationaler Bedeutung. Später kam das Elektrounternehmen Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) hinzu und begann mit dem Bau elektrischer Lokomotiven. Während des Zweiten Weltkrieges setzten beide Unternehmen tausende Zwangsarbeitende aus Tschechien, Frankreich, den Niederladen, Belgien und Polen in der Produktion ein.

Die TH Wildau hat es sich anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens zur Aufgabe gemacht, diesen Aspekt der Geschichte ihres Standorts aufzuarbeiten.

... Erinnern und zum Dialog anregen ...

Für die wissenschaftlichen Recherche zu diesem Thema hat die Hochschule einen Historiker beauftragt, der Akten- und Dokumentenbestände in Archiven, Bibliotheken und Sammlungen sichtet und so das Wissen über diesen Aspekt der Wildauer Geschichte vertieft. Die gewonnenen Erkenntnisse werden schließlich in Form eines Erinnerungsortes, der auf dem Campus dauerhaft errichtet werden soll, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben der Vermittlung historischer Informationen und dem Gedenken an die Leidtragenden soll der Erinnerungsort zum Dialog über die Vergangenheit anregen und zugleich zur kritischen Reflexion der Gegenwart ermuntern.

Wie ist die Umsetzung geplant?

Für die künstlerisch-gestalterische Umsetzung des Erinnerungsortes auf dem Campus haben sich mehrere Ausstellungsgestalterinnen und -gestalter mit ganz unterschiedlichen Konzepten beworben. Gewonnen hat der Entwurf des Berliner Gestaltungsbüros ramićsoenario Ausstellungsgestaltung, der der Ambivalenz des Ortes in besonderer Weise gerecht wird und dabei Erinnern als einen aktiven Aushandlungsprozess unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure und ihrer Sicht auf das Vergangene begreift.
 

Der Entwurf besteht aus sieben Stelen, an denen sich jeweils eine drehende Scheibe befindet. Die Scheiben können von Hand oder durch Wind in Bewegung gesetzt werden. Die Leichtigkeit der Scheiben steht im Kontrast zur Schwere der Lokomotive, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Die sieben Stelen werden in loser Anordnung zwischen einer Baumgruppe, dem Kastanienhain, platziert. Die drehenden Scheiben werden durch das tischähnliche Element „Kompass“ ergänzt. Der „Kompass“ greift die Form der historischen Drehscheibe auf, auf der sich die Lokomotive befindet.

Die durch den „Kompass“ verkörperten Himmelsrichtungen verweisen einerseits auf den weltweiten Export der Lokomotiven und zugleich auf die Herkunftsländer der Zwangsarbeitenden.

Kontakt Dr. phil. Lena Gautam Dr. phil. Lena Gautam

Tel.: +49 3375 508 775
Mail: lena.gautam@th-wildau.de
Web: https://www.th-wildau.de/career-service
Haus 13, Raum 28

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