Zurückliegende Bibliothekssymposien

Zurückliegende Bibliothekssymposien

10. Wildauer Bibliothekssymposium am 12./13.09.2017Bereich öffnenBereich schließen

Janine Bressler (TH Wildau): Humanoide Roboter - aktuelle Möglichkeiten und Grenzen

C3PO in der Bibliothek der TH Wildau? Wir informieren in dem Workshop über aktuelle Möglichkeiten und Grenzen beim Einsatz humanoider Roboter und geben dann den Teilnehmern Raum, um selbst Experimente mit unseren NAO-Robotern, den kleinen Brüdern des Roboters Pepper von Softbanks Robotics, durchzuführen. Allen Teilnehmern bietet sich damit die Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen mit der aktuellen Wirklichkeit abzugleichen. Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich, um mit den Experimenten Spaß zu haben.

Dr. Greg Bond (Beauftragter für Sprachen an der TH Wildau, Mediator (BM®), Koordinator der Konfliktberatungsstelle der TH Wildau): Konflikt- und Veränderungsmanagement in Organisationen - und Bibliotheken

In der heutigen Arbeitswelt verändern sich Abläufe, Strukturen und Technologien immer schneller. Das erfordert den richtigen Umgang mit Veränderungen. Führungskräfte müssen Entscheidungen treffen, und einzelne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wollen und sollen einbezogen und mitgenommen werden - und mitgestalten. Dies trifft in Bibliotheken unter besonderen Umständen zu, wo neue Technologien und Serviceleistungen hohe Anforderungen mit sich bringen. Konflikte gehören bei Veränderungen dazu und können wesentliche Impulse geben. Veränderungsmanagement ist auch Konfliktmanagement. In diesem Vortrag stellt Greg Bond die Mediation als ein Mittel in solchen Veränderungs- und Entscheidungsprozessen und die Konfliktberatungsstelle der TH Wildau vor.

Jürgen Christof (Leitender Direktor der Universitätsbibliothek der TU Berlin): Wie rekrutiert man adäquates IT-Personal?

Es ist eine der schwierigsten Herausforderungen, denen sich Bibliotheken derzeit gegenüber gestellt sehen: Wie rekrutiert man IT-Personal und wie bindet man dieses Personal an die eigene Einrichtung? Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass Universitätsbibliotheken - zumindest ab einer bestimmten Größe - damit beginnen, eigene IT-Entwicklungsabteilungen aufzubauen, um den deutlich gewachsenen Anforderungen im gesamten Spektrum der Digitalen Bibliothek gerecht werden zu können. Neben den klassischen Systemadministratoren auf der einen und den Systembibliothekaren auf der anderen Seite besteht die Notwendigkeit, Entwicklerinnen und Entwickler für eine Tätigkeit in einer Bibliothek zu begeistern. Dies ist eine besondere Herausforderung, da sich dieser Personenkreis häufig auch nicht ansatzweise vorstellen kann, dass die Arbeit in einer Bibliothek ein spannendes Arbeitsumfeld darstellen kann. Eine weitere Herausforderung sind die Vergütungsstrukturen im öffentlichen Dienst. Der Vortrag wird auf konkrete, praxiserprobte Ansätze eingehen, wie sich Bibliotheken als Arbeitgeber für die Zielgruppe präsentieren können, welche Möglichkeiten sich bei der Gestaltung attraktiver Arbeitsplätze ergeben und welche Ansätze einen Beitrag dazu leisten, die Verweildauer von IT-Spezialisten in der Bibliothek zu erhöhen.

Jürgen Christof ist seit 2014 Direktor der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin, zuvor stellvertretender Direktor und langjähriger Leiter der IT-Abteilung an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Seit 2012 Vorstandsmitglied bei "Kitodo. Key to digital objects" e.V.

Brigitte Döllgast (Leiterin des Bereichs Bibliotheken in der Zentrale des Goethe-Instituts in München): Internationaler Austausch als Strukturprinzip – die Bibliotheksarbeit des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut, das offizielle Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland, unterhält 159 Institute in 98 Ländern. An 97 Instituten in 70 Ländern stellt das Goethe-Institut auch eine Bibliothek bereit. Dort werden Medien über Deutschland bereit gestellt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbinden durch zahlreiche Initiativen und Projekte die Bibliotheksszenen der Gastländer mit deutschen Experten. Ein wesentliches Prinzip für die Arbeit des Goethe-Instituts ist die Struktur von aus Deutschland entsandtem Personal, das „rotiert“, und Ortskräften. Warum wurde diese Struktur gewählt und weshalb wird an ihr festgehalten? Wo liegen die Vorteile, welche Herausforderungen hat dieses System? Durch das Prinzip der Rotation bauen die entsandten Mitarbeiter umfangreiches Wissen über das internationale Bibliothekswesen auf. Wie wird gewährleistet dass davon nicht nur die Institution, sondern auch die Bibliotheksszene in Deutschland profitiert?

Brigitte Döllgast ist seit April 2017 Leiterin des Bereichs Bibliotheken in der Zentrale des Goethe-Instituts in München. Vorher war sie 26 Jahre als Leiterin des Bereichs Information & Bibliotheken mit regionalem Fachauftrag an den Goethe-Instituten in Johannesburg, New York, Athen, Mexiko-Stadt und Melbourne tätig. Sie hat ein Diplom in Bibliothekswissenschaften von der Fachhochschule Stuttgart und einen M.A. in Neuerer Deutscher Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte von der Universität Erlangen.

Prof. Dr. Ralph Ewerth (Leiter der Forschungsgruppe Visual Analytics an der Technischen Informationsbibliothek (TIB), Hannover): Deep Learning zur automatischen Annotation von Bildern und Videos – besser als der Mensch?

Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, das eine Menge von verschiedenen Architekturen sogenannter „tiefer“ neuronaler Netze umschreibt. In den letzten Jahren haben Deep- Learning-basierte Ansätze zu erheblichen Verbesserungen in der Mustererkennung geführt – fast lässt sich hier von einer kleinen Revolution sprechen. In diesem Beitrag wird dargestellt, in welchen Aufgabenstellungen des Computersehens (Computer Vision) und der Mustererkennung solche Deep-Learning-Methoden bereits menschliche Leistungsfähigkeit erreicht haben bzw. welche Grenzen es für diese Verfahren gibt. Insbesondere wird auf die Objekterkennung und automatische Annotation von Bildern und Videos zum Zwecke einer nachfolgenden inhaltsbasierten Szenensuche eingegangen. In diesem Zusammenhang werden auch aktuelle Ergebnisse zur Verschlagwortung von wissenschaftlichen Videos im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek (TIB) vorgestellt. Schließlich wird ein Ausblick auf künftige Forschungsarbeiten im Bereich der semantischen Suche in wissenschaftlichen Text-, Bild- und Videodaten sowie der Verknüpfung von multimodalen Informationen mithilfe von intelligenten Verfahren gegeben.

Andrea Finkenzeller-Lohse (Manager Digital Strategy & Projects bei der MediaMarktSaturn N3XT): Vom digitalen Empfangschef bis zum Entertainer – Roboter am POS

In industriellen Produktionsstätten gehören Roboter längst zum Alltag. Aber lassen sie sich auch im Einzelhandel sinnvoll und nutzbringend einsetzen? Die MediaMarktSaturn Retail Group setzt sich in mehreren Pilotprojekten mit dieser Frage intensiv auseinander und gewinnt so wertvolle Erkenntnisse. Auf sehr positive Kundenresonanz stößt zum Beispiel Assistenzroboter „Paul“, der gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut IPA entwickelt wurde und seit November 2016 im Saturn-Markt Ingolstadt im Einsatz ist. Er fungiert als digitaler Empfangschef, begleitet die Kunden zur gewünschten Ware bis ans Regal und ruft einen menschlichen Kollegen herbei, wenn ausführlicher Beratungsbedarf besteht. Auch die humanoiden Roboter Nao und Pepper sowie der mobile Lieferroboter Starship dienen als Testobjekte. Der Vortrag beleuchtet die praktische Durchführung von Robotics-Projekten bei MediaMarktSaturn sowie deren erste Ergebnisse unter Berücksichtigung des Feedbacks von Kunden und Mitarbeitern. Abschließend wird die zukünftige Bedeutung von Robotern im Handel erörtert.

Dr. Berthold Gillitzer (Bayerische Staatsbibliothek): Finden ohne gesucht zu haben - vom Discovery Service zur inferentiellen Suchmaschine: Die Pilotierung von Yewno an der Bayerischen Staatsbibliothek

Mit dem digitalen Wandel gewinnen kleinteilig vernetzte Informationen immer größere Bedeutung. Dieser Struktur verschließen sich die Angebote der Bibliotheken durch ihre Konzentration auf große Texte in Büchern und Zeitschriften noch weitgehend. Einen neuen Ansatz ermöglicht der semantische Discovery Service Yewno, der den Inhalt von elektronischen Dokumenten mit Methoden der künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens automatisch und auch in Details erschließt. Die Information darüber wird dem Nutzer in einer graphischen Darstellung des Netzwerks relevanter Konzepte und ihrer inhaltlichen Zusammenhänge präsentiert. Darüber ist ein Navigieren über thematische Beziehungen bis hin zu den Fundstellen im Text möglich. Die Bayerische Staatsbibliothek stellt diese neue Recherchetechnologie in einem dreimonatigen Beta-Test ihren Nutzern zur Verfügung, um erste Erkenntnisse über mögliche Anwendungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten der neuen Technologie zu gewinnen. Noch stehen solche Entwicklungen ganz am Anfang, aber für eine tiefere Einbindung der Bibliotheken in die digitale Kultur könnten sie ein wichtiger Baustein sein.

Klaus Gruchmann (TH Wildau): Emoree – digitale Leselernplattform

  • Leseförderung mit Plattform Emoree
  • Rolle von Bibliotheken bei der Vermittlung von digitalen Lesekompetenzen
  • Einsatzszenarien
  • Einsatzbericht soll auf das konkrete Vorgehen, die Herausforderungen und Lösungsansätze eingehen

Emoree entwickelt und baut eine digitale Leselernlösung mit 7 integrierten Lesetechniken. Es handelt sich hierbei um eine Lehr- und Lernkombination aus mobilen virtuellen Klassenraum, Cloud basierter Lesekompetenzsoftware und rahmenlehrplanorientierten Lehrmittel, die es den Nutzern ermöglicht, ihre Lesekompetenz orts- und geräteunabhängig, schnell, einfach und nachhaltig zu verbessern. Zudem kann jeder Lehrer digitale Lese- und Lernübungen einfach erstellen und verteilen und mit Hilfe von Vorlagen, Tipps, Materialien und Berichte eigene Ideen und ohne Vorkenntnisse intuitiv umsetzen, ohne eine Fortbildung machen zu müssen.

Dr. Karin Ilg (Leiterin der Hochschulbibliothek, Leitungsteam Medien- und Informationsdienste MIND der FH Bielefeld): Wenn die Chefin Theater macht: Unternehmenstheater als Teambildungsmaßnahme in der Bibliothek

Hinter der Hochschulbibliothek der FH Bielefeld liegt eine ereignisreiche Zeit: Fünf von sechs Standorten zogen um und wurden größtenteils zusammengelegt, ehemalige Standort-„Tandems“ bilden nun ein größeres Team, die Öffnungs- und damit Arbeitszeiten veränderten sich. Alle und alles waren gut vorbereitet, doch die Realität holte uns hier und da doch ein. Was könnte in dieser Situation unterstützend sein für die Menschen, die mit allerlei Unvorhergesehenem von Wasserschäden in der Umzugsfläche über bauliche Provisorien und technische Interims bis zu neuen Teamkonstallationen konfrontiert waren bzw. noch sind? Mit der Idee, die vielen Alltagsprobleme einmal anders zu sehen, wurde für die Mitarbeiterversammlung 2016 die Schauspieltruppe eines Unternehmenstheaters engagiert.

Der Vortrag erzählt von nicht ganz alltäglichen Bibliotheksalltagsbewältigungsstrategien, vom „Führungstool“ Humor, mit dem man die Köpfe und Wege vielleicht wieder für Neues frei bekommt, und was sich im Team bewegt, wenn das Theater die Menschen bewegt.

Dr. Anna Kasprzik (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TIB Hannover): Projektvorhaben TEASER – Entwicklung einer Plattform für die kollaborative Thesauruspflege und -verknüpfung am Beispielbereich ‚Industrie 4.0‘

Die TIB Hannover, TH Wildau und Fraunhofer IOSB planen ein Projekt zur Entwicklung einer Plattform und einer Sammlung von Workflows und Werkzeugen für die Bereitstellung, kollaborative Pflege und fächerübergreifende Verknüpfung von Thesauri. Mit Hilfe des entstehenden Begriffsnetzes können etwa unterstützende Suchfunktionen in Querschnittsthemen realisiert werden. Als inhaltliches Beispiel wird das transdisziplinäre Themenfeld „Industrie 4.0“ gewählt, das aufgrund seiner Aktualität für Wissenschaft und Wirtschaft von hohem Interesse ist.

Die TIB bringt einen für die Industrie 4.0 relevanten, zur Weiterverarbeitung geöffneten Ausschnitt aus dem Thesaurus „Technik und Management“ ein und die TH Wildau stellt ihren zweisprachigen Thesaurus für die Informatik und Verkehrslogistik zur Verfügung, an diesen beiden Thesauri wird exemplarisch ein Verknüpfungsverfahren durchgeführt. Hierfür werden die relevanten Teilmengen in ein gemeinsames, SKOS-basiertes Format überführt und durch Matching-Relationen verbunden. So entsteht ein disziplinenübergreifender Begriffsraum, der in Rechercheanwendungen gewinnbringend genutzt werden kann.

Auf der technischen Ebene wird der Prototyp einer modularen Plattform zur Vorhaltung der Vokabulare implementiert. Das dort angebotene Portfolio an Best Practices und niederschwelligen Diensten zur Umwandlung von Wortschätzen in SKOS, deren Verknüpfung und Weiterverarbeitung richtet sich primär an Entwickler von Fachvokabularen, während die Inhalte der Plattform über entsprechende Schnittstellen durch Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen nachgenutzt und über Visualisierungen auch zur Exploration und Interaktion offengelegt werden können. Als Anwendungsbeispiel soll ein virtuelles Literaturrepositorium mit einem intelligenten Suchinterface entstehen, das Bestände zum Bereich Industrie 4.0 zusammenführt.

Markus Lahr (ViNN:Lab Manager FG Innovations- und Regionalforschung an TH Wildau): "Makerspaces in libraries - sketching out concept prototypes"

Makerspaces mit ihren vielfältigen Ausprägungen, wie z. B. FabLabs mit Angeboten wie 3D-Druck, Lasercuttern oder 3D-Scannern sind in der deutschsprachigen Bibliotheksszene seit wenigen Jahren als Experimentierfeld in aller Munde. Aufgegriffen wurde diese Bewegung bereits in den Fachzeitschriften wie Bibliotheksdienst (2013) und BuB (2014), auf Konferenzen wie dem Wildauer Bibliothekssymposium (2013), als konkrete Angebote in der Kölner Stadtbibliothek oder der SLUB Dresden.

Boten Bibliotheken vereinzelt Mitmach-Veranstaltungen (Spielen, Basteln, Theater, Hausaufgabenunterstützung, Schreibwerkstatt, Repair-Café etc.) vorwiegend für den Nachwuchs als Service an, wird dieser aktive Anteil um einen passionierten und generationenübergreifenden Aspekt ergänzt.

Für Bibliotheken bietet dies eine Chance, um neben hochwertigen Informationen zum Konsumieren zusätzlich das Portfolio um frei verfügbare, neue Technologien zu erweitern. Allein oder im Team können Nutzer sich daran ausprobieren, Neues entdecken, kreativ sein, Wissen praktisch begreifen und produzieren.

Im Rahmen des Workshops werden die Teilnehmer konkrete Nutzungsansätze für ihre jeweiligen Bibliotheken entwickeln und mittels Rapid Prototyping diese in individuelle „Makerspace Szenarien“ umsetzen.

Prof. Dr. Janett Mohnke (RoboticLab der TH Wildau): Pepper - der humanoide Roboter als konkretes Einsatzszenario für die unbemannten Zeitspannen im 24/7-Konzept der Wildauer Bibliothek

Seit dem vierten Quartal 2016 werden zwei humanoide Roboter unter dem Markennamen Pepper an der TH Wildau für Einsatzszenarien in der Hochschulbibliothek aufgebaut und getestet. Mit dem Wintersemester 2017/18 soll einer der beiden, hier Bernd und Wilma genannt, jeweils in den Produktivbetrieb gehen. Der Vortrag bietet einen Werkstattbericht, indem auf das konkrete Vorgehen, die Herausforderungen und Lösungsansätze eingegangen wird. Für den ersten Eindruck sei verwiesen auf: www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/2017/02/bibliothek-der-th-wildau-bekommt-humanoiden-helfer.html

Dr. Dietrich Nelle (Interimsdirektor von ZB MED): Rolle von Bibliotheken im Zeitalter der digitalen Wissenschaft – Ansichten eines Quereinsteigers

Die Digitalisierung bringt für alle Lebensbereiche erhebliche Veränderungen. Das gilt nicht zuletzt für uns Bibliotheken. Digitalisierung bedeutet dabei nicht nur den Einsatz neuer Formate und Medien, sondern vor allem die Begleitung unserer Nutzerschaft in Wissenschaft und Gesellschaft bei der Bewältigung der digitalen Transformationen dort. Bibliotheken stehen in der Verantwortung, diese Veränderungen zusammen mit den Fach-Communities und den IT-Infrastrukturen aktiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vortrag die Transformation von ZB MED zu einem deutschen Wissenszentrum für die Lebenswissenschaften und stellt aktuelle Perspektiven aus Sicht einer zentralen Fachbibliothek zur Diskussion.

Prof. Dr. Frank Puppe (Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz und Angewandte Informatik der Universität Würzburg): Künstliche Intelligenz zur Erschließung alter Drucke

Nach einem kurzen Überblick über aktuelle Erfolge in der Künstlichen Intelligenz (Big Data, Bild- und Sprachverarbeitung; AlphaGo, Watson, Selbstfahrende Autos)  werden Verarbeitungsschritte zur Erschließung alter Drucke und literarischer Werke vorgestellt. Dazu gehören die Phasen Layout-Erkennung, Optical Character Recognition (OCR), Versionsvergleich, Semantische Erschließung und Information Extraction. Dabei wird insbesondere auf aktuelle Arbeiten des Kallimachos-Zentrums für digitale Edition und quantitative Analyse der Universitätsbibliothek Würzburg eingegangen.

Norbert Reithinger (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)): Aufbereitung und Speicherung von Erfahrungswissen im PLuTO-Projekt

In Zeiten des demografischen Wandels stehen viele Unternehmen vor zwei Herausforderungen, das Sichern des Erfahrungswissens älterer Mitarbeiter und der Bereitstellung dieses Wissens für neue Mitarbeiter. Am Beispiel des Projekts "PLuTO - Portable Lern- und Wissensplattform zum Transfer episodischen Wissens in Organisationen" zeigen wir, wie die multimediale Wissensaufnahme, deren Erschließung und die Interaktion in altersgemischten Teams direkt am Arbeitsplatz realisiert werden kann.

Dirk Schagen (bibliotheca): Open +

In einigen Ländern in Europa wird die "Offene Bibliothek" schon seit Jahren erfolgreich praktiziert. Denn: Benutzer wünschen sich flexiblere und längere Öffnungszeiten! Wie funktioniert diese Technik, was muss konzeptionell bedacht werden, wie sind die Erfahrungen in Dänemark und anderen Ländern und in den bisher schon so ausgestatteten deutschen Bibliotheken und welche Anschaffungsmöglichkeiten gibt es?

Johannes Trabert (Mitgründer und Geschäftsführer von MetraLabs): Effiziente und automatisierte Inventur in Bibliotheken mit RFID-Roboter TORY

Inventuren sind notwendig, jedoch zeitaufwändig und personalintensiv. Besonders in Bibliotheken. Hier kann der Prozess Monate in Anspruch nehmen und nahezu die gesamte Mitarbeiterkapazität binden, selbst wenn RFID-Handscanner genutzt werden. Dabei sind Bestandserfassungen sich wiederholende Aufgaben, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Warum sie also nicht an Roboter abgeben?

Mit unserem Inventurroboter TORY kommen wir bei MetraLabs GmbH diesem Bedürfnis nach. TORY erfasst Bestände unter Verwendung modernster UHF-RFID-Technologie. Der Roboter navigiert vollständig autonom und weist eine Erfassungsquote von 99% auf. TORY wird bereits im Einzelhandel in der Praxis verwendet. Vor kurzem kam TORY zum ersten Mal in einer Bibliothek zum Einsatz. Anlässlich der Herbsttagung der MPG GSHS Bibliotheken 2016 testete die Luxemburger Bibliothek des Max-Planck-Instituts den Inventurroboter. Innerhalb einer Stunde erfasste TORY dort über 99% der Bücher und Artikel.

In unserem Vortrag möchten wir Ihnen TORY im Detail vorstellen und anhand des Tests in der Luxemburger MPI-Bibliothek zeigen, welche Potenziale der Einsatz von Inventurrobotern in Bibliotheken bietet.

9. Wildauer Bibliothekssymposium am 13./14.09.2016Bereich öffnenBereich schließen

Alfredo Azmitia (TH Wildau): Wo bin ich? iBeacons im Einsatz in der Bibliothek der TH Wildau

iBeacon ist ein von Apple Inc. 2013 eingeführter Standard, der basierend auf Bluetooth Low Energy für Applikationen genutzt werden kann, die die Möglichkeit der Ortung in geschlossenen Räumen anbieten sollen. Er wird sowohl von dem Apple-Betriebssystem für mobile Geräte, iOS, als auch von Android unterstützt und bietet damit eine neue Chance, ein zuverlässiges und stabiles Ortungssystem für die Bibliothek der TH Wildau zu installieren.
Die Demo wird die bis dato erlangten praktischen Erfahrungen reflektieren und soll zur Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von iBeacons in mobilen Anwendungen einladen.

Janna Brechmacher (Staatsbibliothek zu Berlin): Wie ist IT in Bibliotheken heute organisiert und was könnten wir tun, um (noch) besser zu werden?

Unser Arbeitsalltag wird immer stärker von informationstechnologischen Aspekten durchdrungen. Mit der wachsenden Bedeutung der Informationstechnologie (IT) im Allgemeinen und für die Aufgabenausführung von Bibliotheken im Besonderen wächst auch die Bedeutung Bibliotheks-IT: Kaum ein Aspekt bibliothekarischer Aufgaben, der nicht durch IT unterstützt wird. Deutlich wird dies z.B. durch das stetig zunehmende Angebot elektronischer Informationsmittel, die Digitalisierung historischer Bestände, interoperable Metadaten oder auch Langzeitarchivierung.

Die alltägliche Handhabung von IT wird häufig einfacher (Bsp. PC, Smartphones, Web-Content-Management-Systeme, ...), die zugrundeliegenden Systeme werden jedoch immer komplexer und erfordern entsprechend mehr Wissen zu ihrem Aufbau und Betrieb.

Dieser Doppelaspekt erschwert zunehmend die (organisatorische) Zuordnung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten: Was gehört heute zu den in einer Bibliothek alltäglichen Arbeitsinstrumenten, deren kompetente Nutzung von allen Mitarbeitenden erwartet werden kann, wo beginnt das IT-Spezialwissen?

Wie kann eine effiziente Nutzung, ein sicherer Betrieb von IT gewährleistet und gleichzeitig eine ausreichende Flexibilität in der Anwendung sowie im Umgang mit Veränderungen im bibliothekarischen IT-Bereich erreicht werden? Welche Kompetenzen sind dafür notwendig?

Für die Organisation des IT-Betriebs haben sich prozessorientierte Ansätze bewährt (Beispiel: IT-Servicemanagement nach ITIL), in der Software-Entwicklung wird zunehmend auf agile Methoden wie Scrum gesetzt. Welche Ansätze der IT-Organisation werden in Bibliotheken genutzt? Können daraus good practices z.B. für den Umgang mit technologischen Veränderungen abgeleitet werden.

Diese und ähnliche Fragestellungen sollen u.a. anhand von Beispielen aus Bibliotheken in Großbritannien, die im Rahmen einer Forschungsreise besucht wurden, und in Deutschland erörtert werden.

Ralf Depping (USB Köln) und Dirk Schagen (Bibliotheca RFID Library Systems AG): Die fluide Bibliothek – Konzeptpräsentation einer Problemlösung

Unter der Projektleitung von Bibliotheca RFID Library Systems AG, Rotkreuz, Schweiz und mit Beteiligung der Firmen Feig Elektronic GmbH, Weilburg, DE und Lenk Bibliothekseinrichtung GmbH, Schöneich, DE hat sich ein Konsortium gebildet, dass inzwischen konkrete Angebote für individuelle Lösungen im Bereich der Chaotischen Lagerhaltung für interessierte Bibliotheken erstellt. Dirk Schagen, Salesmanager Key Accounting und ein Vertreter von  Feig Electronic GmbH erläutern ein solches Angebot und die technische Umsetzung aufgrund einer konkreten Anfrage der USB Köln. Es werden darüber hinaus und weitere Anforderungen des Marktes in diese Richtung vorgestellt.

Katrin Fischer (BSZ): Koha – von Neuseeland bis Deutschland im Einsatz

Koha wurde als erstes Open-Source-Bibliothekssystem im Jahr 2000 für eine öffentliche Bibliothek in Neuseeland entwickelt. Inzwischen ist das System weltweit in über 4.000 Bibliotheken jeden Bibliothekstyps im Einsatz, darunter auch Nationalbibliotheken, Universitätsbibliotheken und Spezialbibliotheken. Ein Faktor für den Erfolg ist hierbei die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software durch die internationalen Community aus Anwendern und Supportdienstleistern.

Das BSZ bietet seit 2009 Koha nach dem Modell Software-as-a-Service für Bibliotheken deutschlandweit an und betreut und hostet inzwischen über 20 Einrichtungen im Produktivbetrieb.

Im Vortrag wird sowohl auf die Organisation, die Workflows und aktuellen Themen innerhalb der Community, als auch auf die Erfahrungen beim Betrieb und Support von Koha eingegangen werden.

Prof. Dr. Elke Greifeneder (HU Berlin): Von der Professur zum Bibliotheksleiter: Erfahrungen aus einer Woche Job Shadowing

Im März 2016 tauschte die Referentin Ihre Professur für Information Behavior gegen den Stuhl des Bibliotheksleiters der TH Wildau. Für eine Woche begleitete sie den Leiter der Bibliothek den ganzen Tag durch seinen Berufsalltag und übernahm wo möglich seine Aufgaben. Der Vortrag berichtet von den Erfahrungen aus Job Shadowing und von Ähnlichkeiten und Unterschieden in den Berufen Professur vs Bibliotheksleiter.

Christian Günther (TH Wildau): Konzeption einer roboterbasierten Unterstützung für die Realisierung einer 24/7-Bibliothek an der Technischen Hochschule Wildau

Warum sollten Roboter in einer Bibliothek eingesetzt werden? – Diese Frage soll in diesem Vortrag beantwortet werden. Es werden Möglichkeiten für den sinnvollen Einsatz im Bibliotheksbetrieb aufgezeigt. Die Gesellschaft wird durch Technologieentwicklung immer schnelllebiger. Im Bibliotheksumfeld bedeutet dies flexible Öffnungszeiten anzubieten und individuell auf die Nutzerbedürfnisse einzugehen. Idealerweise wird die Bibliotheksnutzung rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr möglich. Gleichzeitig soll auch in den potentiell besuchsarmen Zeiten ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort sein - hier treten die Roboter auf den Plan.

Kirstin Kemner-Heek (GBV): OLE – Ein Open Source Projekt im Wandel

Das Open-Source-Projekt „OLE“ (= Open Library Environment“) wurde 2008 von zunächst neun amerikanischen Universitätsbibliotheken gegründet, mit dem Ziel ein Bibliotheksmanagementsystem der „nächsten Generation“ gemeinschaftlich und open source zu entwickeln. Im Jahr 2014 begann haben GBV und hbz in einem Gemeinschaftsprojekt die Software und ihrer Community evaluiert und sind 2016 in eine Entwicklungspartnerschaft eingetreten. Die Präsentation gibt einen Überblick über die Software, den aktuellen Stand beider Projekte und beleuchtet die Chancen und Risiken, sowie die zukünftige Entwicklung.

Jan Kissig (TH Wildau, Hochschulbibliothek): Die fluide Hochschulbibliothek

Dieser Workshop bietet einen Einblick in verschiedene Anwendungen der fluiden Bibliothek, welche mit RFID realisiert wurden. Hierzu gehören die Stationen Zeitschriftenregal, Rückstelltische und Inventurstation

Benjamin Körner (TH Wildau): Konzeption und Umsetzung eines IT-gestützten interaktiven Rundgangs in der Bibliothek der TH Wildau für SchülerInnen zur Schulung des bewussten Einsatzes angewandter Informations- und Medienkompetenz

Die Arbeit dient dazu, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, welches mittels der vorhandenen Infrastruktur einen interaktiven Rundgang für Schüler ab der 7. Klasse in der Bibliothek plant. Die Interaktion soll dabei durch digitale Medien wie z.B. Tablets, PCs, Smartphones oder evtl. den NAO Roboter unterstützt werden. Die Schüler sollen durch verschiedene Stationen in einer Art "Spiel" dazu motiviert werden, Aufgaben zu lösen, welche ihnen das Verständnis nahe bringen fachbezogen zu recherchieren, Informationen zu beschaffen und diese zu bewerteten. Dabei werden vorhandene Kompetenzen aufgegriffen und durch die Benutzung von Medien angewandt und vertieft. Ein  Gadget, welches durch eine parallel betreute Bachelorarbeit konzipiert und umgesetzt wird, wird mittels Einbindung in die IT-Infrastruktur (Indoor-Ortung, RFID, Bluetooth, WLAN etc.) ebenfalls mit in den Rundgang integriert.

Dr. Joachim Kreische (TU Dortmund): Beharrlichkeit und Mut als bibliothekarische Tugenden für das 21. Jahrhundert

Was wir als vermeidlichen Widerstand gegen Veränderung wahrnehmen, ist nur die Unsicherheit darüber, welche Zukunft damit eigentlich beschrieben wird, was die richtigen Schritte dahin sind und an welcher Stelle sich die Einzelnen darin wiederfinden. Gelingen hierzu Antworten, ist die innovative, dynamische und lernende Bibliothek realisierbar. Es gibt aber keine einfachen dichotomischen Antworten, die dann als mutige oder vorsichtige einzuschätzen wären. Es gilt individuelle und konkrete Antworten zu finden, die viel mit den konkreten Anforderungen der Anspruchsgruppen zu tun haben, die gerade einer radikalen Diversifizierung unterworfen sind. Es bedarf also mutiger Entscheidungen, die sich nicht aus Standardkonzepten ableiten lassen und nur dann umgesetzt werden können, wenn genau dieser Weg von denjenigen auch in seinem Zustandekommen verstanden wird, die ihn nachher in Konzepten und Projekten gehen sollen. Es bedarf bestimmter Tugenden, sich der Mühe zu unterwerfen, dafür die Mitarbeitenden im Vorfeld zu gewinnen, Konzepte zu entwickeln, für die es keine Erfolgsgarantie gibt und zu denen Führungskräfte doch mit Herz und Hirn stehen, und vor allem für eine nachhaltige Umsetzung zu sorgen. Anhand des Strategiediskurses an der UB Dortmund soll aufgezeigt werden, wie ein solcher Kommunikationsprozess zu einem insgesamt sehr mutigen Zukunftskonzept führen kann, in dem aber sehr heterogene Ziele verfolgt werden. Demonstriert werden soll diese strategische Planung anhand konkreter Ideen zum Servicekonzept, der digitalen Transformation, neuen Kooperationsformen und zum Datenmanagement.

Oliver Rau (UB Freiburg): Technische Infrastruktur an der neuen Universitätsbibliothek Freiburg

Am 21.07.2015 hat die Universitätsbibliothek Freiburg den Betrieb im sanierten Gebäude aufgenommen und ist nun eine der modernsten und größten Universitätsbibliotheken Europas. Seither muss sich die technische Infrastruktur in der Praxis rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mit täglich bis zu 12.000 Besucherinnen und Besuchern beweisen. Wie RFID, Leitsystem, WLAN und anderes sich in einer 24‐Stunden‐Bibliothek bewähren, zeigt der Vortrag von Oliver Rau, Leiter des Dezernats IT an der UB Freiburg.

Dr. Oliver Renn (ETH Zürich): Gibt es einen Bildungsauftrag für wissenschaftliche Bibliotheken und wenn, lässt er sich appetitlich vermarkten?

Lehrveranstaltungen und Schulungen werden in der Regel nur besucht, wenn es dafür etwas gibt (z.B. ECTS), Pflicht ist oder – bei Schulungen – die Notwendigkeit offensichtlich wird. Nicht offensichtlich ist jedoch oft für Studierende und Wissenschaftler die Notwendigkeit, die Möglichkeiten des Information Retrievals sowie Information- und Wissensmanagements auch auszuschöpfen. Hier stehen wiederum wissenschaftliche Bibliotheken in der Pflicht. Bereitstellen alleine reicht nicht – und mangels Pflicht zur Teilnahme muss das Angebot besonders appetitlich vermarktet werden. Der Vortrag zeigt, wie das Informationszentrum Chemie | Biologie | Pharmazie an der ETH Zürich u.a. mit Coffee Lectures, Research Group Menus und einer Spezialvorlesung (diese mit 2 ECTS) die Angebote und Möglichkeiten vermittelt und mit dem Magazin Infozine und dem persönlichen Alerting-System Infocus (basierend auf der Extension Direct Mail in TYPO3) mit seinen Kunden kommuniziert.

Dr. Thomas Renz (Universität Hildesheim, Institut für Kulturpolitik): Audience Development in Bibliotheken

Abstract: Wer kommt eigentlich nicht in Bibliotheken? Und mit welchen Strategien können neue Zielgruppen erreicht werden? Der Vortrag gibt einen Einblick in die empirische Nichtnutzerforschung, präsentiert zentrale besuchsverhindernde Barrieren und macht deutlich, warum ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland öffentlich geförderte Kultureinrichtungen im Allgemeinen und Bibliotheken im Besonderen nicht nutzt. Ausgehend von der ökonomischen und politischen Notwendigkeit, öffentliche Einrichtungen einem möglichst breiten Adressatenkreis zugänglich zu machen, werden verschiedene Strategien vorgestellt, mit denen Kultureinrichtungen im Rahmen von Audience Development erfolgreich bisherige Nichtnutzer für die eigenen Angebote erreicht haben. Deutlich wird aber auch, wie sich dadurch das Selbstverständnis und der Kern der eigenen Arbeit verändern wird.

Kira von Rickenbach: (Innovations-)Kulturentwicklung an der UB Basel

Im Rahmen der Strategieentwicklung an der Öffentlichen Bibliothek der
Universität Basel nahm im Jahr 2013/2014 das Thema Innovationsmanagement in der ältesten Universitätsbibliothek der Schweiz an Fahrt zu. Das strategische Projekt 2014_031 hatte zum Auftrag, einen Innovationsprozess zu entwickeln und zu etablieren. Dabei wurde klar festgehalten, dass bei der Entwicklung des Innovationsprozesses nicht nur betriebliche Strukturen zu berücksichtigen sind sondern auch weiche Faktoren, die zu einer innovationsfreudigen Atmosphäre beitragen. So kam es, dass mittels einer Kulturanalyse die innovationsförderlichen respektive hinderlichen Auswirkungen der aktuellen Unternehmenskultur herauskristallisiert wurden, um im Anschluss daran geeignete Handlungsfelder zur Verbesserung der bestehenden Kultur formulieren zu können.

Der Vortrag wird kurz einen Blick zurückwerfen auf diesen ersten Schritt der Kulturentwicklung, auf das Verstehen der eigenen Kultur, bevor er aktuelle Einblicke gibt, in die Themen und Aktivitäten der weiteren Schritte im Kulturentwicklungsprozess an der UB Basel.

Dr. Susanne Spülbeck: Veränderungsprozesse aus organisationsethnologischer Sicht

Veränderungsprozesse stellen Führungskräfte und Mitarbeitende gleichermaßen immer wieder vor große Herausforderungen. Gleichzeitig ist die erfolgreiche Umsetzung von notwendigen Veränderungen und die schnell Anpassung an sich rasch verändernde Rahmenbedingungen die grundlegende Überlebensstrategie für Organisationen. In diesem Vortrag wird es um die Gesetzmäßigkeiten gehen, mit denen aus ethnologischer Sicht Veränderungen bewältigt werden. Aus dieser Perspektive ergeben sich neue Konsequenzen für die Rolle von Führungskräften und es wird deutlich, wie und woran Veränderungen scheitern können.

Prof. Ralf Szymanski: Monopoly für Bibliothekare - Seitenwechsel durch ein Unternehmensplanspiel

Die Teilnehmer des Workshops übernehmen in Teams oder allein die Verantwortung für Unternehmen, welche outdoor-Zelte für den erfolgreichen Absatz produzieren. Um auf dem sehr realistisch virtualisierten Markt (simuliert mit der Software easy Management) zu bestehen, muss man Entscheidungen treffen darüber, wie umfangreich man in Werbung, Entwicklung, Lagerhaltung, Personalressourcen etc. investieren möchte, um bestenfalls schwarze Zahlen für sein Unternehmen zu schreiben. Trauen Sie sich zum Seiten- und damit Perspektivwechsel als Anregung für den eigenen Job!

8. Wildauer Bibliothekssymposium am 08./09.09.2015Bereich öffnenBereich schließen

Alfredo Azmitia (TH Wildau) und Dr. Wolfgang Stille (ULB Darmstadt): App-Entwicklungen im Bibliothekskontext (Workshop)

Viele Bibliotheken entwickeln oder nutzen native oder webbasierte Apps. Bei diesem Erfahrungsaustausch, den man sich wie eine Session auf der BibCamp vorstellen kann, würden die beiden Moderatoren kurze Statements zu ihren Erfahrungen mit Apps referieren (mobile webbasierte Discovery-Lösungen, Android und iOS-Versionen von Unidos), um anschliessend in die Diskussion zur Entwicklung, den Rahmenbedingungen, Erfahrungen, Funktionalitäten, Erwartungshaltungen etc. mit den Teilnehmern zu gehen.

Nico Basilowski: Mogelpackung oder Zuschnitt - Vom Fach- bis Bindestrichinformatiker, wo liegen ihre Expertisen

Heutzutage gibt es viele berufliche Möglichkeiten, sich hinter die Kulissen von schicken oder noch zu schaffenden IT-Lösungen zu begeben. In diesem Vortrag soll aus dem Fundus der Eigenerfahrung kritisch reflektiert werden, welchen Mehrwert die Lehre und anschliessend das Studium der Bioinformatik als Rüstzeug für die beruflichen und persönlichen Herausforderungen im IKT-Bereich erbracht haben.

Friederike Borchert (Projektmitarbeiterin der Bibliothek TH Wildau): Agiles Projektmanagement in Bibliotheken

App-Entwicklung, Datenvisualisierung, Anpassung und Weiterentwicklung von Open-Source-Software - viele praktische Beispiele belegen die alltägliche Verzahnung zwischen Bibliothekaren und IT-Kollegen. Bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen existieren insbesondere im Bereich der Softwareentwicklung neben plangetriebenen Vorgehensweisen auch agile Methoden, bei denen selbstorganisierte Teams, eine umfassende Einbeziehung des Kunden in die Entwicklung, das ständige Anpassen des Produkts an Kundenwünsche und eine schnellere Markteinführung im Vordergrund stehen. Um Bibliotheksprojekte mit IT-Beteiligung erfolgreich umzusetzen, ist es an der Zeit, diese Methoden genauer zu betrachten. Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Eigenschaften agiler Methoden und zeigt auf, inwieweit agile Vorgehensweisen, Abläufe, Werkzeuge, Rollen und Prinzipien sinnvoll in Bibliotheken eingesetzt werden können.

Cliff Buschhart (HU Berlin): Serendipity in Resource Discovery Systemen : Eine Pilotstudie am Beispiel von Amazon und dem Portal Primus der Humboldt-Universität

Der Kurzvortrag gibt eine Einführung in den informationswissenschaftlichen Kontext der Serendipitätsforschung und speziell in die zehn Serendipity-Dimensionen nach Björneborn. Die Untersuchung von Serendipity in digitalen Informationssystemen beinhaltet ebenfalls das Einbinden von Testpersonen. Die Ergebnisse entspringen einer aktuellen Examensstudie an der Humboldt-Universität.

Sven Instinske (Bücherhallen Hamburg, Bereichsleitung Internet und Digitale Dienste): Mobile Web und Streaming – Wie die Bücherhallen sich einem veränderten Nutzungsverhalten stellen.

Die Öffentliche Bibliothek in Deutschland steht einem grundlegenden Umbruch ihrer Aufgaben und Dienstleistungen gegenüber. Ausgelöst und verstärkt wurde dieser Wandlungsprozess durch technische Entwicklungen wie die Verbreitung von Breitbandanschlüssen, die stetig wachsende Ausstattung privater Haushalte mit Computern und mobilen Endgeräten sowie die steigende Nutzung des mobilen Internets und der sozialen Netzwerke in allen Altersgruppen. Diese Entwicklungen wandeln die Kommunikation, die Medienlandschaft und den Medienkonsum, die Kultur, das Alltagsleben und die Beziehungen zwischen Menschen. Dadurch verändern sich die Ansprüche an öffentliche Dienstleistungen und damit auch die Erwartungen an Öffentliche Bibliotheken.

Im Zuge der Digitaliserung aller Medien verändern sich der Konsum von kulturellen Produkten und die Geschäftsmodelle zu deren Lizenzierung. In den letzten Jahren sind vor allem „Streaming-Plattformen der Film-, TV- und Musikbranche sehr populär geworden.

Die Bücherhallen Hamburg haben mit der US-amerikanischen Firma Library Ideas über den Einsatz des Streaming-Dienstes „Freegal Music“ in öffentlichen Bibliotheken in Deutschland einen Vertrag geschlossen. 

Michael Jurk (UB der TU Berlin): RFID: Umstieg auf das Dänische Datenmodell und neue Selbstverbucher bei TU und UdK Berlin

Die UBs von UdK Berlin und TU Berlin befinden sich seit 2004 im Volkswagen-Haus. Die Leihstelle wird gemeinsam betrieben. Ebenso Ausleih- und Rückgabe-Automaten. Ausleih- und Rückgabeautomaten arbeiten mit RFID. Die Buchsicherung erfolgt seit jeher mittels Magnetstreifen, d.h. es sind Hybridgeräte im Einsatz. Im Jahr 2014 haben die UBs neue Selbstverbucher der Fa. Bibliotheca in Betrieb genommen. Ein Umstieg auf das Dänische Datenmodell nach ISO 28560-1 war Voraussetzung dafür.

Der Freihandbestand der beiden UBs, ca. 370.000 Bände, wurde daher mit neuen RFID-Tags versehen. Der ursprüngliche Wunsch, alle Medien im Freihandbestand mit einheitlichen neuen Tags auszustatten, ließ sich nicht realisieren, und es lag diesmal nicht am Geld. …

Für die Bearbeitung der Medien wurde mit 20 Konvertierstationen gearbeitet, die nach Vorgaben der UBs durchs Haus gingen. Die Fa. Bibliotheca erhielt den Auftrag, das Konvertierungsprojekt durchzuführen, und stellte dafür ca. 25 studentische Beschäftigte ein. Der Vortrag geht ein auf Vorbereitung und Durchführung des Projekts.

Über den Referenten: Michael Jurk, Dipl.-Bibliothekar, Stabsstelle „Sonderaufgaben“ bei der Direktion der UB, TU Berlin, Leitung von/Mitarbeit bei diversen Projekten, häufig zu Bau- und Ausstattungsthemen, daneben tätig im Auskunftsdienst.

Dr. Anna Kasprzik (Projektmitarbeiterin im BVB): Informatik und Informationstechnik (IT) -- Abgrenzung und Zusammenspiel

Dieser Vortrag behandelt die Abgrenzung der Informatik als einer konzeptionellen Disziplin, welche etwa in der Planung großer Implementierungsprojekte zur Anwendung kommt, von der Informationstechnik als einem Themenkomplex, welcher rund um den Umgang mit konkreten Soft- und Hardwarelösungen angesiedelt ist. Gerade durch eine solche Abgrenzung ergeben sich Verbesserungsmöglichkeiten für eine fruchtbare Kooperation von Experten aus beiden Bereichen.
Auf dieser Basis soll die Diskussion um das Berufsbild des Informatikers und seine Zusammenarbeit mit Bibliothekaren innerhalb der Bibliothekswelt und insbesondere im höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken erneut angestoßen werden, ebenso wie die Frage nach den sich ergebenden Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung im bibliothekarischen Bereich.

Jan Kissig (TH Wildau, Hochschulbibliothek):  Führung durch die RFID Infrastruktur der Wildauer Hochschulbibliothek (Workshop)

In diesem Rundgang werden wir auf die speziellen RFID-Komponenten der Hochschulbibliothek eingehen. Hierzu gehören die Stationen Selbstverbuchungsautomaten, Sicherungsanlage, Rückstelltische und Inventurstation.

Guido Kippelt (Hochschule Hamm-Lippstadt, Zentrum für Wissensmanagement): Hochschule ohne Bibliothek - Kritisches Hinterfragen einer vermeintlichen Selbstverständlichkeit

Ist eine Bibliothek im klassischen Sinne unabdingbar für den Betrieb einer Hochschule? Existieren alternative Modelle einer Informationseinrichtung oder müssen grundsätzlich die Aufgaben im Zeitalter der digitalen Allgegenwärtigkeit neu überdacht und definiert werden? Gerade beim Aufbau einer neu gegründeten Hochschule sind die Möglichkeiten und Chancen vorhanden,  all diese Dinge grenzfrei zu hinterfragen, zu diskutieren und am Ende seine Schlüsse bei der Umsetzung und Konzeptionierung zu ziehen. Hindernisse in Form alter Organisations- und Infrastrukturen behindern in dieser Ausgangsituation die Entscheidungen in keiner Weise. An der Hochschule Hamm-Lippstadt ist ein solcher Denk- und Entwurfsprozess vollzogen worden. Es soll eine Informationseinrichtung entstehen, die die Position als zentraler Ansprechpartner bei der Unterstützung der Lehr- und Lernprozesse einnimmt.

Doris Köhler (Universitätsbibliothek Bielefeld – Benutzung): Revision und Standortkontrolle mit RFID an der UB Bielefeld, ein Praxisbericht

2012 entwickelte die Universitätsbibliothek Bielefeld gemeinsam mit der Firma Bibliotheca RFID ein Revisionstool für den Einsatz im laufenden Bibliotheksbetrieb. Seit Anfang 2013 ist das Revisionstool bereits im Routineeinsatz. Dieser Vortrag befasst sich insbesondere mit den Praxiserfahrungen. Art, Umfang und Dauer der Revision werden thematisiert. Darüber hinaus werden statistische Auswertungen angeboten.

Dr. Andreas Krausz (Verbundzentrale des GBV - Abteilung Anwendungsbetreuung Göttingen): Neuerscheinungsdienst im Webshop - Ein Erwerbungstool (nicht nur) für Bibliotheken

Anhand von ISBNs werden Titel im Verbundkatalog des GBV gesucht und bei Treffern die entsprechenden Aufnahmen selektiert, in eine gesonderte Datenbank eingespielt und von dort in einem Webshop angeboten. In diesem Webshop stehen dann alle bekannten Funktionalitäten zur Verfügung: Suche, Merklisten, Warenkörbe, Bestell- und Löschknopf uvm. Bestellte Titel werden in Form einer Textdatei als Rumpfkatalogisat der Bestellerinstitution in einem gewünschten üblichen Datenformat zur Weiterverarbeitung zurückgeliefert.

Prof. Dr. rer. nat. Janett Mohnke, Fabian Götz und Jonas Wolff (TH Wildau): Wo bin ich? iBeacons im Einsatz in der Bibliothek der TH Wildau!

iBeacon ist ein von Apple Inc. 2013 eingeführter Standard, der basierend auf Bluetooth Low Energy für Applikationen genutzt werden kann, die die Möglichkeit der Ortung in geschlossenen Räumen anbieten sollen.

Er wird sowohl von dem Apple-Betriebssystem für mobile Geräte, iOS, als auch von Android unterstützt und bietet damit eine neue Chance, ein zuverlässiges und stabiles Ortungssystem für die Bibliothek der TH Wildau zu installieren.

Der Vortrag wird die bis dato erlangten praktischen Erfahrungen reflektieren und soll zur Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von iBeacons in mobilen Anwendungen einladen.

Prof. Dr.-Ing. Gaby Neumann (TH Wildau): Dynamische bzw. chaotische Lagerhaltung in der Logistik : Ein Erfahrungsbericht vor dem Hintergrund möglicher Anknüpfungspunkte für Informationseinrichtungen

Unter dem Stichwort dynamisch oder chaotisch denkt man vermutlich zuerst an riesige, nichtautomatisierte amazon-Lagerhallen oder in unserem Kontext an die fluide Bibliothek, an die King Fahad National Library von den Gerber-Architekten in Riad, oder an die Schweizer Kunstbibliothek Sitterwerk, die jeweils eine kundenorientierte Aufstellung zum Ziel hat. 
Einen ganz anderen Ansatz dieser Lagerhaltung visieren mit Hamburg, München (Janello) und Köln Bibliotheken mit immensen Beständen an. Können vorgelagerte kleinere Magazine mit den Topsellern oder Schnelldrehern unter mehreren Aspekten Mehrwerte erbringen, die eine Veränderung des Althergebrachten und eine Investition lohnen?

Kurzum soll mit diesem Vortrag ein Blick auf einen Bereich als anregender Erfahrungswert gelenkt werden, der bereits über viele Jahre mit unterschiedlichen Ausprägungen dieser Lagerhaltung experimentiert.

Gabriella Padovan (Projektleiterin von ETHorama): ETHorama - von der Idee zum Produkt

Mit ETHorama wird eine webbasierte Plattform entwickelt, die den Nutzerinnen und Nutzern einen visuellen, kartenbasierten Zugang zu digitalisierten zeitgenössischen und historischen Inhalten aus den Bibliotheks-, Sammlungs- und Archivbeständen der ETH-Bibliothek bietet. Der Kurzvortrag soll sowohl zur Genese des Projekts als auch zum Produkt einen Einblick geben.

Dr. Franziska Regner (Leitung des Bereichs Innovation und Entwicklung an der ETH-Bibliothek): Innovationsmanagement an der ETH-Bibliothek

Der Kurzvortrag gibt eine Einführung in die Methoden und Prozesse des Innovationsmanagements an der ETH-Bibliothek. Die organisatorische Verankerung des Innovationsmanagements sowie die Verschränkung von Innovations- und Projektmanagement werden im Vordergrund der Einführung stehen. Im Anschluss wird beispielhaft das Projekt  ETHorama vorgestellt.

Carolin Rohrßen (Bücherhallen Hamburg, Stellv. Bereichsleitung EDV und Organisation): Mehr Flexibilität für den Kunden – die „Offene Bibliothek“ in Hamburg

Längere Öffnungszeiten sind der häufigste Kundenwunsch, der an die Bücherhallen Hamburg herangetragen wird. In den letzten Jahren sind unter anderem durch den Einsatz von RFID-Technik zahlreiche Ressourcen umgesteuert worden. Der technische Umstrukturierungsprozess setzte sich Ende 2014 mit einer Selbstbedienungsbibliothek in Finkenwerder fort.

Nach dänischem Vorbild öffnet sich der Kunde jetzt die Bibliotheksräume in den Zeiten selbst, in denen keine personalbesetzte Öffnung möglich ist. Ein Zugangscomputer verifiziert Kunden anhand eines Datenbankabgleiches über die Kundenkarte und steuert anschließend die elektronische Türöffnung. Ein Kamerasystem zeichnet die Vorgänge in der Bibliothek auf. Zu allen Zeiten kann der Kunde das Medien- und Dienstleistungsangebot nahezu komplett nutzen.

Stellt sich die Frage: „Ist eine geöffnete Bibliothek ohne Personal besser, als eine geschlossene?“. In Hamburg lautet die Antwort seit kurzem: „Ja“. Der Ausbau des Pilotprojektes in Finkenwerder ist geplant.

Bernd Schelling (Uni Konstanz):  RFID-Ausstattung mit Manipulationsschutz am KIM der Universität Konstanz

Am KIM der Universität Konstanz wurden mit der Wiedereröffnung der asbestsanierten Buchbereiche ab 2015 alle Medien mit RFID-Etiketten ausgestattet. Die Tags sind bis auf den Application Family Identifier (AFI) lediglich einmalig beschreibbar. Um eine unerwünschte Änderung des AFI-Ausleihstatus ausschließen zu können, wurde vom Anbieter eine Schutzfunktion für diesen Datenverkehr gefordert.

Kirsten Schlebbe: Vorlesen mit dem Tablet - Auswahlkriterien für digitale Kinderbücher

Längst hat der Tablet-PC auch Einzug ins Kinderzimmer gehalten. Viele Verlage drängen daher mit s.g. Kinderbuch-Apps auf den Markt, die klassische Geschichten mit interaktiven Elementen verbinden. Die digitalen Kinderbücher weisen jedoch zum Teil große Qualitätsunterschiede auf und wer nach geeigneten Apps für kleine Kinder sucht, kann schnell den Überblick verlieren. Wie also gehen Eltern mit dem neuen Medienangebot um? Der Vortrag gibt einen Einblick in das hochaktuelle Thema „Digitale Kinderbücher“ und stellt die Ergebnisse einer Examensstudie an der Humboldt-Universität zu Berlin vor.

Frank Seeliger (Leiter der Bibliothek der TH Wildau):  Die Herausforderung der Zeit - IT-Besohlung für Bibliothekare?

Seit dem Jahr 2013 bietet die Wildauer Hochschule zweitägige Workshops zu Grundlagenwissen in der Informatik für die Zunft der Bibliothekare an. Sie erfreuen sich bester Nachfrage und vor allem, die Teilnehmer wollen anschliessend - was sehr erfreulich ist - stets noch mehr erfahren. Daher entschied sich die TH Wildau zu prüfen, ob sie bereits ab  Oktober 2015 einen berufsbegleitenden, postgradualen Masterstudiengang über vier Semester für die Interessenten anbieten kann. Der Vortrag wird den bislang erreichten Stand der Vorbereitungen reflektieren (siehe Flyer) und soll dazu einladen, das Anforderungsprofil, welche Kompetenzen in diesem Markt benötigt werden, zu schärfen.

Dipl. Sozw. Ralf Stockmann (Staatsbibliothek zu Berlin): Der Open Source Burnout - Anamnese zum Zustand von Open Source-Strategien an den Gedächtnisinstitutionen

Der Qualitätsstandard eingesetzter Software an Bibliotheken, Archiven und Museen ist verstörend niedrig. Bedienkonzepte aus den 80ern werden von kommerziellen Softwareanbietern mit den größten Designsünden der 90er kombiniert und zu absurd hohen Preisen feilgeboten. Mit den BAM-Kunden kann man es ja machen.

Um dieser Ausbeutungssituation zu entgehen, wird an den Gedächtnisinstitutionen seit Jahren verstärkt auf Open Source gesetzt – nicht zuletzt in bundesweit tausenden Projekten mit eigenem Personal. Die Vorteile liegen auf der Hand: Know How für Zukunftsfelder wird in den Institutionen gebunden, Lizenzkosten entfallen, Eigenentwicklungen können die Geschäftsgänge oder Angebotsziele vor Ort optimal bedienen. Aber glücklich sind wir immer noch nicht.

Viele (alle?) mit großem Elan gestartete Initiativen laufen in immer dieselben Problemfelder. Das Poster fügt 10 Jahre Erfahrung im Umgang und Aufbau von Open Source Projekten zusammen und versucht damit, eine dringend notwendige Debatte anzustoßen: Open Source ja, aber wir müssen uns professionalisieren – nicht nur um zukunftsfähig zu bleiben, sondern auch als Selbstschutz.

7. Wildauer Bibliothekssymposium am 09./10.09.2014Bereich öffnenBereich schließen

Nikolaus Berger (Leiter, Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien): Ein Jahr UHF RFID im neuen Library & Learning Center der Wirtschaftsiniversität Wien

Die WU hat sich im Zusammenhang mit dem Neubau eines Library & Learning Centers und die Veränderung von einem zweischichtigen auf ein einschichtiges Bibliothekssystem für die Einführung von RFID auf UHF-Basis entschieden. Sie setzt dieses System an 4 Standorten für die Entlehnung im Selbstverbuchungsverfahren, die Rückgabe, die Buchsicherung und für Inventarisierungsprozesse ein.

Marcel Block (Visual Softworks): Webbasiertes Data-Warehouse als one-stop shop zur Visualisierung heterogener Nutzungsdaten aus dem Bibliothekskontext

Schwerpunkt dieser Präsentation ist die Diskussion über einen one-stop-shop für den Bibliothekar, um die ganz unterschiedlichen Nutzungen einer physisch bis virtuell mit Serviceleistungen aufgestellten Bibliothek über einen web-Client anzubieten. Damit kann von strukturierten backfiles (DBS-Daten, xls, csv-Daten) bis auf der Echtzeitebene an zentraler Stelle über ein Kontroll- und Steuerungsinstrument für die Angebotsseite verfügt werden. Das auf den Technologien HTML5 und Javascript basierende modular aufgebaute Server-Client Modell ermöglicht z.B. das Einbinden und Visualisieren von Daten aus der aktuellen webOPAC-Nutzung, Downloads von online-Angeboten, Raumauslastung, Homepage-Aufrufen, Medienrückstellquote, Besucherzählung, Verbuchungsprozessen, Fernleihprozessen etc.

Cliff Buschhart: Der Weg und das Ziel: Zur Open Access Veröffentlichung des Sammelbandes "RFID für Bibliothekare : ein Vademecum (2012)"

Auf Grundlage der Beiträge zu den vergangenen Wildauer Bibliothekssymposien entstand ein Buch, das seinem Namen entsprechend, als unverzichtbares Standardwerk zum Thema "RFID im Bibliothekskontext" nun seine finale Stufe der Publikationskette mit der Open Access Veröffentlichung auf dem Wildauer Hochschulrepositorium erreicht. Im Vortrag soll die Zeit genutzt werden, die Entstehung dieses konferenzbegleitenden Werkes Revue passieren zu lassen und einen kleinen Ausblick auf den bereits in der Planung befindlichen Folgeband zu gewähren.

Karsten Ehling (Lichtvision Design & Engineering GmbH): LED Lichttechnik in öffentlichen Gebäuden - eine Chance für Nachhaltigkeit und Innovation

LED sind hinsichtlich ihrer optischen und technischen Eigenschaften den konventionellen Leuchtmitteln zusehends überlegen. Die technologische Entwicklung kommt zudem in die Sättigung, so dass vor allem der Preis ein Wettbewerbsmerkmal wird und eine neue Konkurrenzfähigkeit gegenüber konventionellen Lösungen entsteht. Damit öffnen sich für die LED neue Anwendungsgebiete, unter anderem in öffentlichen Gebäuden findet die LED vermehrten Einsatz. Die Vorteile sind vielfältig und reichen von gestalterischen Aspekten der Baugröße und Integrierbarkeit über lichttechnische Faktoren der Effizienz und Lichtverteilung bis zu ergonomischen Merkmalen der Dimmbarkeit und Farbigkeit. In dem Vortrag werden Vorteile, aber auch Herausforderungen bei dem Einsatz von LEDs thematisiert und ein besonderer Bezug zu öffentlichen Bauvorhaben wie Bibliotheken hergestellt.

Sebastian Fischer-Jung (partake AG) als Ersatz für Dr. Hans-Jürgen Erbeldinger (partake AG): Zukunft der Arbeit

Digitalisierung und Individualisierung als Fortschrittstreiber sind die Herausforderungen für Arbeitgeber. Der Ansatz der Partake: das Freiwilligkeitsprinzip.

Mick Fortune (Berater für RFID Technologie in Großbritannien): Stalled - or preparing for lift-off? The Library RFID market in 2014

The 2014 survey of RFID use had two main objectives, the first to detect any emerging trends in the use of RFID in the library especially with regard to frequencies and standards, the second to discover whether new applications - other than self-service and security - are appearing.
Thanks to the support of librarians in France, Germany and Holland the survey reached a larger audience than ever before with over 500 replies from 16 countries.

In addition the survey also reviewed customer satisfaction with supplier performance against a number of criteria.

Taken together the results seem to indicate some frustration with the lack of innovation on the part of some suppliers - due in part to the rather fragmented nature of the RFID market and its continued dependence on third party management systems.

What steps can we take to gain more value from RFID investments? The speaker will attempt to answer that question with reference to the survey results.

Jens Fromm (Fraunhofer FOKUS): Trends und Herausforderungen öffentlicher IT

Ob für die smarte Stadt mit ihren intelligenten Stromnetzen und Gebäuden, für eine reibungslose Produktion und Logistik, für effektive Mobilität und Kommunikation jederzeit und überall - moderne Informationstechnik nimmt in nahezu allen Zukunftsfeldern wichtige Querschnittsfunktionen wahr und treibt die gesellschaftlich notwendigen Innovationen.

Diese IT im öffentlichen Raum fördert Fragen und Diskussionen: Beschränkt sich die Rolle der öffentlichen Hand auf die Bereitstellung der eigenen IT-Infrastruktur, kommt ihr eine Verantwortung für das Funktionieren der öffentlich zugänglichen Infrastrukturen zu oder muss sie diese sogar selbst anbieten und betreiben? Wie stark darf, wie stark soll Politik und Recht die auf Informationstechnologie basierenden Interaktionen beeinflussen und reglementieren? Welche Rollen und Funktionen erfüllt die öffentliche Hand bei der Bereitstellung und Verarbeitung von Daten?

Petra Keidel (TH Wildau [FH], Hochschulbibliothek, Managerin elektronische Ressourcen): Wi(e)der planbar! - Die Hochschulbibliothek Wildau zwischen strategischer Ausrichtung und alltäglicher Anforderung

Längst sind gemäß der antiken Herkunft des Wortes Bibliothek aus "Bücherkisten"  gestandene Bücherhäuser geworden, die sich als Speicher des kulturellen Erbes, als Wissensportal oder sogar als Tore zur Welt des Wissens verstehen. Neben diesem anspruchsvollen Selbstverständnis darf aber nicht vergessen werden, dass diese Häuser gegenwärtig in einer stürmischen Landschaft stehen, in der nicht nur eine http-basierte Naturgewalt, sondern auch die ökonomische Abrissbirne ständige Bedrohungen darstellen. Um das Fundament von Bibliotheken zu stärken, entstanden in den vergangenen Jahren vielerorts strategische Zukunftsüberlegungen.

Auch das Team der Hochschulbibliothek der TH Wildau hat 2013 das Strategiepapier Agenda 2020 erarbeitet und platzierte dieses ins Zentrum seiner Arbeit. Als beliebter Lernort auf dem Campus, mit ausgedehnten Öffnungszeiten  und über 600 Besuchern täglich, war stets eine Flexibilität in der Bibliotheksarbeit gefordert, die nun, reflektiert auf die strategische Ausrichtung ins Jahr 2020, bereits zu nachhaltigen und innovativen Arbeitsmethoden führte.

Jan Kissig & Ricardo Frommholz (beide TH Wildau [FH], Hochschulbibliothek): Führung durch die RFID Infrastruktur der Wildauer Hochschulbibliothek (Workshop)

In diesem Rundgang werden wir auf die speziellen RFID-Komponenten der HS-Bibliothek eingehen. Zum Einen werden die Selbstverbuchungsstationen und ihr Funktionsumfang aufgezeigt, an der Sicherungsanlage wird die Erkennung der Transponder demonstriert und an der Inventurstation wird mit modernster Technik eine Spontaninventur durchgeführt.

Claudia Lamprecht (VÖBB-Servicezentrum, Leitung Systemtechnik und stellv. Projektleitung RFID) & May-Britt Grobleben (VÖBB-Servicezentrum, Projektleitung RFID): Erst die Pflicht, dann die Kür - Was man noch Schönes mit RFID machen könnte

Das Projekt TENIVER ist seit 2009 damit beschäftigt, die RFID-gestützte Selbstverbuchung in den rund 70 Bibliotheken des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) einzuführen. Nach nunmehr 5 Jahren ist die Arbeit im Projekt weitestgehend abgeschlossen. Links und rechts dieses langen Weges gab es aber immer wieder Ideen für weitere innovative Anwendungsmöglichkeiten von RFID, mit denen aufgebaute Infrastruktur zukunftsorientiert und noch umfassender genutzt werden könnte. Einige dieser Innovationen konnten bereits umgesetzt werden, andere mussten mit Rücksicht auf die Pflichtaufgaben im Projekt hinten angestellt werden. Der Vortrag stellt einige dieser bisher unverwirklichten Ansätze vor und gibt damit einen Ausblick auf eine mögliche zukünftige Weiterentwicklung der RFID-Technik im VÖBB.

Andreas Löw (FEIG ELECTRONIC GmbH) & Ricardo Frommholz (TH Wildau [FH], Hochschulbibliothek): Inventur leicht gemacht - mit dem neuen RFID Blade Reader von FEIG ELECTRONIC. Ein Erfahrungsbericht.

Im Rahmen eines Anwendungstests wurde an der Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Wildau eine Teilinventur des Bestandes mit dem neuen ID ISC.PRH-200 Blade Reader von FEIG ELECTRONIC durchgeführt. Über die technischen Eigenschaften und den Hauptnutzen des Gerätes sowie den Wow-Effekt bei der Inventurarbeit werden Andreas Löw von FEIG ELECTRONIC und Ricardo Frommholz von der TH Wildau in Form eines Erfahrungsberichts referieren.

Prof. Dr. Christoph Meinel (Institutsdirektor und CEO, Hasso-Plattner-Institut GmbH): open - Neue Wege im E-Learning

Als eine der Ersten in Europa hat die interaktive Online-Bildungsplattform openHPI openHPI.de des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) frei zugängliche und kostenlose Onlinekurse für interessierte Lerner angeboten. Wie die seit 2011 zunächst von der Stanford University, später aber auch von anderen Elite-Universitäten in den USA angebotenen "Massive Open Online Courses", kurz MOOCs genannt, bietet openHPI im Internet Lernvideos und weiterführenden Lesestoff in einer Kombination mit lernunterstützenden Selbsttests, Hausaufgaben und Klausuren an. Bei dieser neuen Form des Tele-Teachings ermöglicht die Kopplung mit sozialen Interaktionsforen die Ausbildung einer das Lernen fördernden virtuellen sozialen Lerngemeinschaft.

Michael Panitz (Projektmitarbeiter des EU-Projekts „DURable ARchitectural Knowledge“ (DURAARK): Langzeitarchivierung wissenschaftlicher 3D-Daten

3D-Daten sind aktuell in aller Munde, gerade der 3D Druck im Bereich der Wissenschaftskommunikation. Allerdings liegen die Erwartungshaltungen, der aktuell verfügbare Stand der Technik und die Bedarfe für eine Langzeitarchivierung weit auseinander. Diese Präsentation gibt eine Einführung zum wissenschaftlichen 3D Druck, den damit verbundenen Herausforderungen für die Langzeitarchivierung und das Projekt DURAARK.

Hans-Peter Pohl: Wert der Hochschul-Bibliotheken für einen innovativen Wissenstransfer

Die klassischen wie digitalen Hochschul-Bibliotheken sind unverzichtbare Orte des Sammelns, Ordnens und Bewahrens von Wissen - für jedermann in aller Zukunft frei zugänglich. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Sie sind Orte der Begegnung und des Austauschs unterschiedlichen Wissens und initiieren Innovationen.

Angesichts dieser Bedeutung kommt der Erforschung und Entwicklung des klassischen und digitalen Bibliothekswesens z.B. in den Bereichen Medienbruch, Informationsverhalten sowie Erhalt einer zeitgemäßen Lese- und Sprachkultur entscheidende Zukunftsbedeutung zu. Auch die Finanzierung dieser Investitionen bedarf innovativer Lösungen durch neue Kooperations- und Förderformen von öffentlicher und privater Hand.

Sven Schulze (Centermanager, A10 Center Wildau): Der Einzelhandel - online oder offline - Wo spielt die Musik?

Der Online-Handel zu jeder Zeit an jedem Ort ist zu einer Alternative zum stationären Handel geworden. Doch sind es alleine die Öffnungszeiten, die zum Kauf im Netz verführen? Stirbt am Ende sogar der stationäre Handel aus? - Nein, wird er nicht!

Christine Spletzer (TH Wildau [FH], Bibliothek): RFID experience - 7 Jahre Wunderkabinett?

Spätestens im verflixten siebenten Jahr gehören alle Karten auf den Tisch gelegt, denn seitdem verfügt die Wildauer Hochschulbibliothek über RFID-Technologie als Gewinn und stete Herausforderung. Das Unsichtbare hält manche Überraschungen parat, Phänomene, die man nicht sofort erklären kann. Der Vortrag wird nicht nur ein Schmunzeln abringen, sondern soll über die Erklärungsmuster auch Sicherheit geben, vertraut machen, mit allen Seiten dieser Technologie.

Dr. Michael Vogt (Projekt Welt der Sprachen, ZLB Berlin): Selbstentdeckendes Lernen in den Geisteswissenschaften?

Die Zentral- und Landesbibliothek ist ein Partner im Humboldt-Forum, dem neu errichteten Berliner Schloss. An diesem kulturell und touristisch bedeutenden Ort wird die Bibliothek eine Welt der Sprachen aufbauen.

Dieses neue Format vereint Kompetenzen aus der Welt der Bibliothek und der Welt der Science Center um das Themenfeld Sprache, Sprachen, Übersetzung und interkulturelle Kommunikation selbsttätig an Experimentierstationen entdecken zu können.

Im Vortrag soll auf die konzeptionellen Hintergründe der Vermittlung anhand ausgewählter Beispiele eingegangen werden. Die Möglichkeit einer Übertragbarkeit auf andere Wissensbereiche soll dabei im Fokus stehen.

6. Wildauer Bibliothekssymposium am 10./11.09.2013Bereich öffnenBereich schließen

Alfredo Azmitia/ Christopher Rohrlack (Masteranden an der TH Wildau [FH]): ExpertFinder

Im EU geförderten Projekt iLibrary, das die Entwicklung eines virtuellen Informationsraumes für die Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau zum Ziel hat, ist die Entwicklung mobiler Applikationen für nutzereigene Smartphones eine der Schwerpunktaufgaben. In der Präsentation soll der Dienst "ExpertFinder", der einen Nutzer dabei unterstützt, für ein Problem den richtigen Ansprechpartner zu finden, im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Zur Umsetzung dieses Dienstes wird unter anderem das auf 2,4 GHz basierende RFID-Indoor-Lokalisierungssystem OpenBeacon genutzt, so dass eine Echtzeitortung des gesuchten Experten möglich wird.

Uwe Becker (stellv. Direktor, EDV und Systemanalyse, Stadtbibliothek Köln): Der Krimiautomat - Stadtbibliothek Köln nimmt LibDispenser der Fa. mk Sorting Systems in Betrieb

Die Stadtbibliothek Köln nimmt im Juni 2013 in der stark frequentierten Neumarkt-U-Bahn-Passage einen Lib-Dispenser der Troisdorfer Firma mk Sorting Systems Gmbh in Betrieb. An diesem Gerät wird es möglich sein, rund um die Uhr Krimi-Taschenbücher automatisiert auszuleihen und zurückzugeben. Die etwa 500 Krimis des Automaten können per Offline-Katalog an einem Touchscreen-Monitor ausgewählt werden. Für die Nutzung ist ein Mitgliedsausweis der Stadtbibliothek nötig. Die Platzierung an zentraler Stelle in der Kölner Innenstadt macht den Automaten gleichzeitig zu einem permanenten Werbeträger für die Stadtbibliothek. Das Angebot ist zunächst auf 24 Monate angelegt, MK-Sorting stellt für diese Zeit das Gerät der Stadtbibliothek Köln kostenlos zur Verfügung. Weitere Sponsoringpartner sind die Kölner Verkehrsbetriebe, die die Fläche zur Verfügung stellen sowie die die Fa. Netcologne, die die netzwerktechnische Anbindung realisiert - alles ohne finanzielle Belastung für die Bibliothek. Das Gerät wird an die Bibliotheksmanagementsoftware "Concerto" der Fa. Bibliomondo angebunden.

Uwe Becker (stellv. Direktor, EDV und Systemanalyse, Stadtbibliothek Köln): 3D-Drucktechnik in Öffentlichen Bibliotheken

Die Stadtbibliothek Köln hat im Rahmen Ihres neu konzipierten "Mediapool & Makerspace" der Zentralbibliothek im ersten Quartal 2013 u.a. auch einen 3D-Drucker beschafft und der Öffentlichkeit präsentiert.

Zum Konzept: Wir sind davon überzeugt, dass Öffentliche Bibliotheken prädestiniert sind, derartige Technologien zugänglich zu machen. Stehen wir doch für Information und Bildung, für einen offener Zugang zu Information für jedermann, für o ffene Wissensvermittlung. Das Interesse an dem Gerät ist sehr groß; das Medienecho ebenfalls. Angeboten werden kurze Vorführung der Technik mit einem beispielhaften Druck, die Beantwortung von Fragen zum 3D -Druck und Unterstützung beim Druck von mitgebrachten Dateien - wenn Dateigröße und -beschaffenheit dies zulassen.

Anke Berghaus-Sprengel (Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Leiterin der Abteilung Zweigbibliotheken): Jacob und Wilhelm: die diskreten Aufbewahrer

Seit Februar 2013 hat die UB der Humboldt Universität im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum zwei Indoor-Abholautomaten Jacob und Wilhelm und im Campus Nord einen Outdoor-Abholautomaten CANO in Betrieb. Jacob und Wilhelm können je eintausend Vormerkungen, Vor-Ort-Nutzungen oder Fernleihbereitstellungen lagern, ausgeben und parken. Sie verwalten Abräumlisten, Fristen und Nutzersperren im Dialog mit dem LMS und entleihen oder verwahren Medien, die nicht außer Haus genommen werden dürfen nach Authentifizierung am Terminal. Am Outdoor Automaten werden Außer-Haus-Bereitstellungen ausgeliehen, nach Ende der Öffnungszeit schaltet sich automatisch eine Medienrückgabefunktion zu. Automaten mit diesem Leistungsumfang gab es bisher nicht, entsprechend aufwendig war die Spezifizierung, Programmierung und Inbetriebnahme.

Cliff Buschhart: Nutzung von QR Codes. Ein Erfahrungsbericht

Vor zwei Jahren führte die Wildauer Hochschulbibliothek QR-Codes ein. Sie kennzeichnete leere Buchcover bzw. Dummies neben Signatur und Buchrückenbeschriftung mit 2D-Codes, die als Information den Link zum jeweiligen e-book enthalten. Über einhundert solcher Dummies stehen neben ihren gedruckten Pendants als eine Art bleibender Hinweis auf das e-book, nicht nur für den Fall, dass die Printausgaben in den Regalen der Lehrbuchsammlung und des Semesterapparates komplett entliehen sind. Ein Rückblick soll neben der intendierten Nutzung, die Sicherung mit RFID-Etiketten, auch einen praktischen, z.B. materialbezogenen Erfahrungsbericht thematisieren.

Ralf Depping (Universitäts- und Stadtbibliothek Köln): Selbstbedienung in Hochschulbibliotheken aus der Perspektive der Kunden und Mitarbeiter

Selbstbedienung ist als gesamtgesellschaftliches Phänomen inzwischen sehr verbreitet, die Gewöhnung an die Selbstbedienung ist in unserem kulturellen Umfeld Teil der menschlichen Sozialisation. Betrachtet man die Kundenperspektive, so gibt es viele Indizien dafür, dass die Einführung von Selbstbedienung den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Bibliothekskunden in vielerlei Hinsicht entgegenkommt. Die bibliotheksinterne Bilanz fällt hingegen nicht ganz so positiv aus: Selbstbedienungstechnologien führen weder automatisch zu Einspareffekten noch in jedem Falle zur Entlastung und zum Job-Enrichment für das Bibliothekspersonal; die Veränderungen im Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Kunden kann für einige Mitarbeiter auch schmerzhaft sein. Die Frage hingegen, ob es eine realistische Option für Hochschulbibliotheken ist, stark auf personalintensive persönliche Dienstleistungen als Gegengewicht zur unpersönlichen Selbst­bedienung(-stechnologie) zu setzen, kann angesichts der zu erwartenden Ressourcen- und Personalknappheit nur verneint werden.

Olaf Eigenbrodt (Leiter der Hauptabteilung Benutzungsdienste und Baubeauftragter der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky , Lehrbeauftragter an der HU Berlin): Die fluide Bibliothek – von der statischen Aufstellung zur dynamischen Präsentation

Auf dem Weg zu vielfältigeren Raumgefügen in der physischen Bibliothek wirken die klassischen Buchbestände in ihrer statischen Aufstellung nach vorgegebenen Systematiken anachronistisch. Während die elektronischen Ressourcen der Bibliothek ubiquitär sind und nicht nur metaphorische Datenströme durch die Bibliothek hindurch fließen, verbleiben die Bücher am vorher bestimmten Ort oder werden nach ihrer Nutzung genau dort wieder hingestellt. Traditionelle Freihandbibliotheken funktionieren nach dem Prinzip der gesteuerten Zufälligkeit. Durch die Nutzung der Medien entstehende Zusammenhänge werden, wenn überhaupt, nur virtuell in Sucheinstiegen der Bibliotheken dargestellt, nicht aber in der Präsentation der Medien am Ort. Der Vortrag stellt ein Konzept vor, das physische Medien im Bibliothekraum mit Hilfe von RFID-Lösungen von diesem statischen in einen dynamischen Zustand bringt und Prinzipien chaotischer Lagerhaltung auf die Freihandbibliothek überträgt. Zusammen mit vollständig automatisierten Logistikkreisläufen für Rückgabe, Sortierung und Bereitstellung von Medien entsteht so eine neue, fließende Dynamik der physischen Bestände, die fluide Bibliothek. Über die reine Repräsentation der physischen Medien im Netz der Bibliothek hinaus eröffnet sich hier die Möglichkeit einer Anreicherung der jetzt beweglichen Objekte mit zusätzlichen Daten in Richtung Internet der Dinge.

Prof. Anselm Fabig (Fachbereich Ingenieurwesen / Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Wildau [FH]): Ortung in großflächigen Innenräumen - ein hybrider Ansatz

Die Ermittlung, Speicherung und Verwertung der Position von Objekten, Fahrzeugen und Personen im Innenbereich kann für Logistik und Produktion einen wichtigen Produktivitäts- und Sicherheitsbeitrag leisten, wenn die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Ortung ausreichende Qualität besitzen. Auch die Frage der Wirtschaftlichkeit muss für die Praxistauglichkeit stärker berücksichtigt werden, um breite Akzeptanz zu erreichen. Bisherige Verfahren sind kaum genau genug und auch nicht flächendeckend verfügbar, aber dennoch oft aufwändig in Installation und Betrieb, sodass neue Ansätze gefunden werden müssen, die diese Schwächen durch Hybridisierung (d.h. synchrone Nutzung mehrerer kostengünstiger Verfahren) möglichst ausgleichen. Die TH Wildau [FH] erforscht diesen Ansatz gemeinsam mit Forschungs- und Wirtschaftspartnern im Rahmen eines ZIM-Projektes.

Mick Fortune (Berater für RFID Technologie in Bibliotheken in Großbritannien für Ausbildungs-, Lehr- und Forschungseinrichtungen und Organisationen): 2013 - the year RFID comes of age?

RFID has been used to provide self-service for the world's libraries for more than a decade but recent developments (like the use of UHF and NFC) have encouraged some librarians and suppliers to seek new ways to exploit their existing investment and develop new services. This year's survey attempted to determine how much progress has been made; what new risks and problems may be emerging, and whether data standards have had any impact on a still rapidly growing market.

Ricardo Frommholz (Hochschulbibliothek der TH Wildau [FH])/ Marcel Block: Kryptoparty für Bibliothekare - ein Anleitung zur digitalen Selbstverteidigung für das sichere Browsen und den E-Mail Verkehr

Die E-Mail und das WWW existieren seit Erfindung des Internets und werden auch im Alltag einer Bibliothek eingesetzt. Die interne und externe Kommunikation, Arbeitszeitenmanagement, Fernleihe sowie auch Recherchen sind nur einige Beispiele für die Anwendung dieser Dienste.

Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass ein großer Teil dieser Kommunikation ungesichert erfolgt. Unbefugte, die über den nötigen technischen Sachverstand verfügen, steht damit die Möglichkeit offen, eben diese Kommunikation mit zu verfolgen.

In diesem Workshop soll das grundlegende technische Verständnis für E-Mail und WWW näher gebracht werden, und die häufigsten Sicherheitsrisiken präsentiert werden, sowie Möglichkeiten und Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden sich vor den Gefahren zu schützen.

Prof. Dr.-Ing. Frank Gillert (Fachbereich Logistikmanagement/ Logistikcontrolling sowie Projektleiter der Forschungsgruppe Sichere Objektidentität an der TH Wildau [FH]), Dr. Frank Seeliger (Leiter der Hochschulbibliothek der TH Wildau [FH]): Technologieradar - Was kommt auf Bibliotheken an neuen Technologien zu : Ein Screening von bestehenden Informationstechniken auf ihre Relevanz für Informationseinrichtungen

Neue Technologien werden durch den Markt in den gesellschaftlich akzeptierten Konsumentenkreislauf hineingetragen und erreichen selbstverständlich als ein gesellschaftliches Spiegelbild Bibliotheken.

Damit Innovations- und Technologiemanager von Informationseinrichtungen sich hinreichend mit der Komplexität von neuen digitalen Errungenschaften bekannt machen und darauf einstellen können, müssen frühzeitig kommende Medien- und Kommunikationstechnologien (MKT) als solche identifiziert und Szenarioanalysen den Bezug zu Bibliotheken z.B. über erschöpfende Leistungsbeschreibungen für Vergabeverfahren aufzeigen.

Ein professionelles Technologiemanagement stellt für die neuen MKT vor dem bibliothekarischen Hintergrund ein Desideratum dar. Die Zusammenführung von Technology Push und Demand Pull auf Bibliotheken bezogen, ist ein Erfordernis. Dieser Aufgabe kommt das als kick-off zu bezeichnende erste Treffen am Montag, den 09.09. 2013 nach und der Workshop im Rahmen der Veranstaltung.

Handlungsempfehlungen für den Think Tank:
1. Willensbekundung und aktive Unterstützung der Leitung der Interessenvertretung von Bibliotheken
2. Szenarienentwicklung für zukünftige Bibliothekskonzepte.
3. Zielgerichtetes und kontinuierliches Monitoring von Technologieentwicklungen.
4. Kompetenzaufbau für Technologiebewertung und Technologiefolgebewertungen.
5. Klassifizierung von Einsatzfeldern/Nutzen.
6. Frühzeitige Erstellung von Leistungsbeschreibungen zur Motivation von Innovationen.
7. Frühzeitige Erstellung von technischen Beschreibungen (Richtlinien) parallel zu einer Pilotstellung, um die Migration in die Ausschreibungen zu erleichtern.

Gelingt es dem technologischen Think Tank von Bibliothekseinrichtungen die Gestaltungskompetenz von Lösungen und Märkten zurückzuholen, kann eine gesellschaftliche Rückkopplung, ohne damit einen Pathos bedienen zu wollen, für Informationseinrichtungen auch Imagesteigerungen bewirken.

Dr. Timo Glaser (Universitätsbibliothek Marburg): Geocaching in Bibliotheken. Informationskompetenz - Marketing - Nutzerforschung

Wildau, Berlin, Marburg, Stuttgart, Merzig - immer mehr Bibliotheken bekommen Besuch von Nutzern, die etwas anderes in die Bibliothek lockt. Kein Buch, sondern ein Cache - Geocacher. Einige - aber bei weitem nicht alle - dieser Caches sind von BibliothekarInnen gelegt, z.T. mit dem Interesse, spielerisch Bibliotheken als frei zugängliche Orte der Information und als soziale Räume entdecken zu können. In dem Workshop soll ein Überblick gegeben werden über die Grundlagen von Geocaching, es sollen einige Bibliothekscaches vorgestellt und die Möglichkeiten von Geocaching als Methode der Gaming Library zur Vermittlung von Informationskompetenz, zum Marketing und zur Nutzerforschung diskutiert werden.

May-Britt Grobleben (VÖBB-Servicezentrum, Projektleitung RFID): Selbstverbuchungsautomaten und Barrierefreiheit: Herausforderungen und Lösungsansätze

In der Einführungsphase der RFID-Selbstverbuchung kommt es zwangsläufig dazu, dass die Geräte bzw. ihre Funktionen an die Anforderungen des alltäglichen Betriebs angepasst werden müssen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Barrierefreiheit. In Bezug auf die verwendete Hard- und Software gibt es in dieser Hinsicht noch einen erheblichen Verbesserungs- und sogar Entwicklungsbedarf.

Bei der praktischen Umsetzung verfolgt der VÖBB den Grundsatz der Inklusion, nach dem jeder Mensch in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Daher sind weder Sonderlösungen angestrebt, noch werden bei der Betrachtung nur Menschen mit sogenannten Behinderungen einbezogen, da auch beispielsweise die Bedürfnisse besonders junger oder alter Menschen, besonders großer oder kleiner etc. nicht immer über eine nach dem Bevölkerungsdurchschnitt genormte Lösung abgedeckt werden. Nach diesem Grundsatz wird in enger Zusammenarbeit Vertretern aus dem Bereich Barrierefreiheit systematisch an Lösungsansätzen gearbeitet. Und manchmal führen schon kleine Veränderungen zu großen Verbesserungen.

Beate Herbst (Leitung VÖBB-Servicezentrum): Support- und Wartungsverträge

Setzt eine Bibliothek Selbstverbuchung mit RFID ein, ist die Funktionsfähigkeit der Ausleih- und Rückbuchungsgeräte bzw. der Sortieranlagen existenziell für den reibungslosen Betrieb der Bibliothek. Der Abschluss von Support- und Wartungsverträgen ist deshalb wichtig.

Der Workshop bietet Hilfestellungen zum Abschluss eines bedarfsgerechten Wartungsvertrags im Bereich RFID. Darüber hinaus besteht Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Jan Kissig (RFID & IT-Beauftragter der Hochschulbibliothek der TH Wildau [FH]): Komplett-Inventur mit RFID

Die Inventur per RFID ist noch immer mit ein Argument für die Entscheidung zur Einführung der Technologie im Bibliotheksbereich, obwohl die angebotenen Lösungen bislang nicht den Ansprüchen der Bibliotheken genügen. Dies liegt einerseits an der Problematik, den Datenabgleich zwischen ausgelesenen RFID-Informationen mit denen aus dem eigenen Bibliotheksmanagementsystem effektiv abzugleichen, und andererseits an der mangelnden Performance der mobilen Geräte. Nur mit hohem Arbeitsaufwand läßt sich derzeit eine spontante Inventur durchführen. In der Wildauer Hochschulbibliothek ist dazu eine eigene Inventurlösung entwickelt worden, die die genannten Schwachpunkte aufgreift und mit wenigen Handgriffen einsatzbereit ist. Das Erfassen der Medien wird dabei auf die nötigsten Arbeitsschritte konzentriert. Die Ergebnisse einer Inventur des Gesamtbestands der Bibliothek mit dieser Lösung sollen vorgestellt, und die ablaufenden Prozesse im Hintergrund erläutert werden.

Egbert Koppe: Kontrolle der Bewegung von AV-Trägern im Filmarchiv des Bundesarchivs

Die Abteilung Filmarchiv im Bundesarchiv ist für die Langzeitarchivierung und Benutzbarkeit des deutschen Kinofilmerbes zuständig. In diesem Zusammenhang werden Filme übernommen, erschlossen, konserviert, restauriert, dupliziert, archiviert und verliehen.

Dies bringt mit sich, dass jährlich etwa 30.000 AV-Träger - vorrangig in Metallbüchsen verpackte Filmrollen -  innerhalb und zwischen den verschiedenen Lager- und Bearbeitungsorten des Bundesarchivs, aber auch zu Dienstleistern oder Benutzern transportiert werden müssen.

Jeder AV-Träger ist durch eine sogenannte Eingangsnummer eineindeutig gekennzeichnet, auf Grundlage der auch die Lagerung erfolgt. Der Bestellvorgang für den/die ErstbearbeiterIn/-benutzerIn erfolgt über ein Datenbanksystem. Das Ausheben und Reponieren erfolgt mittels eines entsprechenden Datenbankausdrucks. Ein relativ geringer Teil der etwa 1 Mio. AV-Träger mit einem Barcode etikettiert, der z.Zt. nicht genutzt wird. Große Hoffnung wird in die RFID-Technologie gesetzt.

Der Beitrag zeigt die vielfältigen Wege und Bearbeitungsstufen auf, die die AV-Träger im Rahmen der genannten Aufgaben durchlaufen.

Sebastian Krautz (Forschungsgruppe "Sichere Objektidentität", TH Wildau [FH]): NFC und die Frage nach der Sicherheit - wie sicher ist NFC selbst und wo liegen die Möglichkeiten für kritische Beeinflussungen von Bibliothekssystemen?

Near Field Communication ist und bleibt ein Hype-Thema. Bei dem Thema Sicherheit gibt es aber auch weiterhin einige Bedenken. Dabei geht es zum einen darum wie sicher sind NFC bzw. die angebotenen NFC Dienste überhaupt. Gerade im Bereich von Payment sehe viele die Sicherheit eher skeptisch. Zum anderen bleibt für Bibliotheken die Frage nach den Einflussmöglichkeiten von NFC auf das System. Dieser Vortrag soll einen Überblick gebe, welche Sicherheitsmechanismen für Dienste zur Verfügung stehen und wie diese eingesetzt werden. Weiterhin soll auch noch einmal beleuchtet werden welche Szenarien in Bezug auf ein Bibliothekssystem realistisch durchführbar sind.

Martin Lee (Freie Universität Berlin): Synergie bei der RFID-Konvertierung

Bis 2015 sollen an der FU Berlin 24 Bibliotheken in einem Neubau integriert werden. Dabei fallen viele Unterprojekte an, beispielsweise die Umsystematisierung aller Bestände in eine Systematik - im Falle der Neuen Integrierten Bibliothek die Regensburger Verbundklassifikation (RVK). Hier werden über 1 Mio Bände in die Hand genommen und mit einem neuen Signaturschild versehen. Daher liegt der Gedanke nahe, die RFID-Konvertierung in die Technische Medienbearbeitung der RVK-Umsystematisierung zu integrieren.

Allerdings haben die 24 Bibliotheken einen unterschiedlichen Stand und Schnelligkeit der Bearbeitung. Auch müssen bestimmte Problemkomplexe bedacht werden: Deduplizierung, Zusammenlegung, Verschiebung von Beständen, Platz, Zeit etc.
Wir haben uns für einen zweiteiligen Ansatz entschieden: Eine externe Firma taggt bereits umsystematisierte Bestände und Altbestände, die bestimmte Kriterien erfüllen. Bei geschlossenen Beständen, von denen wir wissen, dass sie sehr zeitnah umsystematisiert werden, haben wir das Taggen in die Technische Medienbearbeitung bzw. in den RVK-Geschäftsgang mit integriert. Dies funktioniert außergewöhnlich gut, erfordert allerdings einiges an logistischer Planung. Dieser Plan, einige Zahlen, die Lösungen von verschiedenen Problemen und die Geschäftsgänge sollen in dem Vortrag illustriert werden.

Norma Schüler (VÖBB-Servicezentrum, Projektteam RFID, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit): Innovationsideen für RFID in Öffentlichen Bibliotheken - Was wünschen sich die Nutzer, was brauchen die Mitarbeiter?

Ideen im Bereich Innovation werden häufig in einem theoretischen Umfeld unter Fachkräften entwickelt - ein Ansatz, der auch im TENIVER Projekt verfolgt wurde und wird. Um aber bei Innovationsideen die Nutzerinteressen und Mitarbeiterbedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen und kreative Anregungen aus einem unverstellten Blickwinkel zu erhalten, richtet der VÖBB im Sommer 2013 im Zuge der Jahresveranstaltung des RFID-Projektes TENIVER erstmals eine "Zukunftswerkstatt" aus. Ziel der Veranstaltung ist es, nach inzwischen zwei Jahren Praxiserfahrung gemeinsam mit den Nutzern und den Mitarbeitern der Bibliotheken neue Anwendungsmöglichkeiten der RFID-Technik zu entwickeln und bestehende zu reflektieren. Die Ergebnisse versprechen einen neuen Blick auf mögliche Entwicklungspotentiale, die auch für andere RFID-Anwender von Interesse sein können. Zudem hoffen wir, auch anderen Bibliotheken Anregungen für Möglichkeiten der Einbindung der Nutzer in die aktuellen Entwicklungen geben zu können.

Stephan Siemens (Philosoph, Köln): Wieviel Komplexität ist mit automatisierender Technologie umsetzbar

Immer mehr Prozesse und Routinen werden von IT-Lösungen u.a. Automatisierungen übernommen bzw. unterstützen den Bibliothekar oder deren Kunden im Umgang mit Informationseinrichtungen. Bzgl. der Zuverlässigkeit oder des Abbildens aller detaillierten Geschäftsgänge mittels Maschinen stößt man trotz des Technik-Hypes an Grenzen der akzeptierbaren Machbarkeit. In dem Vortrag wird es darum gehen, diesen tipping point auszuloten, bis wohin der Technisierungsgrad Bibliotheksarbeit sinnvoll unterstützen kann.

Hardy Zissel (Forschungsgruppe "Sichere Objektidentität" an der TH Wildau [FH]): Welches Verfahren bietet die zuverlässigste Detektion von Medien?

Die VDI 4478 beschreibt Testverfahren zur Vereinheitlichung der Leistungsbestimmung von RFID-Gates für den Einsatz in Bibliotheken. Dieses Testverfahren, basierend auf EAS, wurde auf zwei unterschiedlich arbeitende Sicherungssysteme im Ein- und Ausgangsbereich von Bibliotheken, RFID- und EM-Schleusen, für das Medium Buch angewendet. Ziel war es, zu vergleichbaren Messergebnissen dahingehend zu kommen, mit welchem Verfahren die zuverlässigste Detektion von Medien erreicht wird.

5. Wildauer Bibliothekssymposium am 11./12.09.2012Bereich öffnenBereich schließen

4. Wildauer Bibliothekssymposium am 25./26.10.2011Bereich öffnenBereich schließen

3. Wildauer Bibliothekssymposium am 04./05.10.2010Bereich öffnenBereich schließen

2. Wildauer Bibliothekssymposium am 06./07.10.2009Bereich öffnenBereich schließen

1. Wildauer Bibliothekssymposium am 22./23.04.2008Bereich öffnenBereich schließen