Ostia Forum Projekt – Ausstellungsexponate im 3D-Druck Verfahren
Ostia Forum 3D-Druck Modell
28. April 2022 | Eva Ismer

Ostia Forum Projekt – Ausstellungsexponate im 3D-Druck Verfahren

 

Das Ostia-Forum-Projekt (OFP) besteht bereits in abgewandelten Formen seit 2008. Ziel des Forschungsvorhabens von Prof. Axel Gering (Archäologisches Institut, Humboldt-Universität zu Berlin) war es, eine Bestandsaufnahme und Dokumentation der vorhandenen antiken Oberflächen der großen Platzanlagen Ostia anticas herzustellen. Schon seit vielen Jahren hatte das OFP auf photogrammetrische Dokumentationsverfahren gesetzt. Die Photogrammetrie ist ein Verfahren, bei dem Fotos aus verschiedenen Winkeln gemacht und mit einer Software zusammengefügt werden.

 

Beteiligung ViNN:Lab


Der im ViNN:Lab der TH Wildau erarbeitete 3D-Druck eines photogrammetrischen Modells spiegelt den recht fortgeschrittenen Zustand der Ausgrabung (des projektintern als TFR2 betitelten Raumes) wieder. Auffällig in diesen Strukturen ist der alte Brunnen des Heiligtums und eine Abflussrinne, die bei der Opferung von Tieren und diverser anderer Gegenstände notwendig war. Von diesen Opferungen wurden bei der Ausgrabung zahlreiche Überreste in den Deponierungen innerhalb des Heiligtums gefunden.  
Beim Scannen der Ausgrabungsfläche im Ostia Forum konnte selbstverständlich nur die Oberfläche des Geländes abgebildet werden. Der hohe Detaillierungsgrad des Scans zeigte sich in einer enormen Anzahl von Polygonen in der Datei, so dass eine Bearbeitung zunächst erschwert war. Um die Datei für den Druck zu optimieren, mussten die Polygone reduziert werden ohne dabei zu viele Details der Oberflächenbeschaffenheit einzubüßen. Für den 3D Druck wurde ein geschlossener Körper benötigt. Um dies zu realisieren, mussten die obersten Punkte der Polygonstruktur linear ausgerichtet und vier Wände für den Korpus erstellt werden. Dabei wurden die Öffnungen (ursprünglich Türen und Fenster) im Raumgefüge berücksichtigt und Aussparungen frei gelassen. Im Anschluss konnte der Korpus unten geschlossen und extrudiert werden. Um dem fertigen Modell die nötige Stabilität zu geben, wurden die Wände und der Boden recht breit und tief angelegt. Die Bearbeitung der 3D-Datei erfolgte mit dem Programm Blender.


Der Druck wurde im FDM Verfahren hergestellt mit einer Druckzeit von über 6 Tagen. Die anschließende Koloration erfolgte im Archäologischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Dieses Ausstellungsstück und viele weitere Exponate werden noch bis September 2022 im Tieranatomischen Theater auf dem Charité-Campus in Berlin Mitte in einer faszinierenden Ausstellung gezeigt.

Weiterführende Informationen

Informationen zum ViNN:Lab der TH Wildau: https://www.th-wildau.de/vinnlab

Zum Blog des ViNN:Lab: https://vinnlab.de

Einige Blender Tutorials sind auf dem YouTube-Kanal des ViNN:Lab abrufbar.