Ronja Heymann als neue Stipendiatin in die „Studienstiftung des deutschen Volkes“ aufgenommen
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Ronja Heymann als neue Stipendiatin in die „Studienstiftung des deutschen Volkes“ aufgenommen
  • 28.04.2021
  • Für Studierende
  • Aktuelle Entwicklung , Mensch im Mittelpunkt , Moderne Campushochschule , Wege aufzeigen
  • Sebastian Stoye

Ronja Heymann ist 23 Jahre, studiert im sechsten Semester Europäisches Management und wird ihren Bachelor diesen Sommer voraussichtlich abschließen. Nach einem erfolgreichen Bewerbungs- und Auswahlprozess ist sie vor Kurzem als Stipendiatin in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen worden. Im Interview erzählt sie, wie emotional sie die Zusage aufgenommen hat, warum es für alle Studierenden sinnvoll ist, sich zu bewerben, und warum sie sich wünscht, dass noch mehr Dozent/-innen begabte Studierende für ein Stipendium vorschlagen.

Als engagierte Studentin setzt sich Ronja Heymann neben ihrem Studium für andere Studierende ein und übernimmt gern Verantwortung. Im Amt der Präsidentin des Studierendenparlaments vertritt sie die Studierendenschaft nach innen und außen. In diesem Amt setzt sie sich für die Gleichberechtigung von internationalen und nationalen Studierenden an der Hochschule ein. Neben dem hochschulpolitischen Engagement liegt ihr das Thema Gesundheit am Herzen, was nicht nur ihre einjährige Zeit als studentische Gesundheitsbotschafterin zeigte, sondern auch ein Referat zum Thema Nahrungsergänzungsmittel während des Auswahlprozesses zum Stipendium, wie sie im Interview verrät.

Ronja Heymann
© Privat

 

„Ich habe Frau Heymann zur Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes empfohlen, weil sie in außergewöhnlicher Weise akademische Exzellenz und einen scharfen Verstand mit sozialer Kompetenz und hochschulinternem wie -externem Engagement in verschiedensten Bereichen verbindet. Ich hoffe, dass die Stiftung zur weiteren Entfaltung ihrer Potenziale beitragen kann, sowohl durch den anregenden Kontakt zu ausgewählten Kommilitoninnen und Kommilitonen als auch die vielfältigen Angebote für weiterbildende Aktivitäten. Insgesamt finde ich es wichtig, dass sich die Hochschule gezielt auch für ihre begabtesten und engagiertesten Studierenden einsetzt, die eines ihrer wichtigsten ‚assets‘ darstellen. Die Nutzung von Optionen externer Stipendien spielt in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle“, sagt Prof. Christian Hederer.

(Für das Interview haben sich die Gesprächsbeteiligten auf das Du geeinigt.)

 

Über den Auswahlprozess

Wie kam es dazu, dass du als Stipendiatin ausgewählt wurdest?Bereich öffnenBereich schließen

Ich hatte bei Prof. Hederer bereits im ersten und vierten Semester drei Module belegt und ihn auch als meinen Betreuer im Praktikum gewählt. Dadurch konnte er beurteilen, dass ich mit meiner Persönlichkeit, meinem Engagement und meinen Leistungen prinzipiell für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes infrage komme. Er hat mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, mich bei der Studienstiftung des deutschen Volkes zu bewerben.

Wie lief der Bewerbungsprozess genau ab?Bereich öffnenBereich schließen

Auf die Frage von Prof. Hederer habe ich mit "ja" geantwortet. Daraufhin hat er mich bei der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen. Anschließend bekam ich per E-Mail Bescheid, dass ich meine Bewerbungsunterlagen innerhalb von vier Wochen einreichen darf. Für die Bewerbung sind ein Bewerbungsbogen sowie weitere Dokumente auszufüllen und zu verfassen. Besonders der ausgeschriebene Lebenslauf stellt eine wichtige Grundlage für die anschließenden Auswahlgespräche während des Auswahlwochenendes dar. Abschließend fand ein digitales Auswahlwochenende statt, nach dem dann die endgültige Entscheidung getroffen wurde.

Was wurde bei dem digitalen Auswahlwochenende gefordert?Bereich öffnenBereich schließen

Das Auswahlwochenende begann am Freitagabend mit einer kurzen Begrüßung. Dort hatten wir die Möglichkeit, Fragen zum Ablauf zu stellen. Am Samstag begann mein Tag mit einer von vier Diskussionsrunden, in denen ein potenzieller Stipendiat bzw. eine potenzielle Stipendiatin einen Vortrag hielt und anschließend über das Thema diskutiert wurde. Die Diskussionsrunden wurden von einem Kommissionsmitglied überwacht und bewertet. Zusätzlich gab es noch zwei Auswahlgespräche mit Alumni der Studienstiftung. Dabei wurden Fragen zu meinem Lebenslauf gestellt sowie aktuelle politische Themen angesprochen, zu denen ich Stellung nehmen sollte.

Die Bewertung erfolgt anschließend in einem Punktesystem. Um in die Studienstiftung aufgenommen zu werden, benötigt die potenzielle Stipendiatin bzw. der potenzielle Stipendiat 23 Punkte. In jedem Auswahlgespräch sowie in den Diskussionsrunden können jeweils maximal 10 Punkte erreicht werden.

Worüber hast du in deinem Referat gesprochen?Bereich öffnenBereich schließen

Die Themenwahl erfolgt nach dem eigenen Interessenbereich und soll eine gute Diskussion versprechen. Das Referat darf sieben Minuten gehalten werden, gefolgt von einer 13-minütigen Diskussion.

Ich habe mir das Thema Nahrungsergänzungsmittel ausgesucht und die Diskussionsfrage gestellt, ob es ein Trend ohne Risiko ist. Nahrungsergänzungsmittel werden nicht wie Arzneimittel auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft, bevor sie auf den Markt kommen. Es gibt außerdem keine Höchstmengenregulierung der bestimmten Nährstoffe, Vitamine oder Mineralien, die in den Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen. Viele Verbraucher wissen das nicht. Eine Überdosierung kann sogar auf lange Zeit gesundheitliche Probleme auslösen. In meinem Vortrag wollte ich darüber informieren und mit den Diskussionsteilnehmern Lösungsansätze kreieren, um Verbraucher vor Überdosierungen zu schützen.

Darüber hinaus waren die Themen wirklich vielfältig. Es ging bspw. um Bilingualismus oder auch um digitale Gesundheitsapps zur Behandlung von psychischen Störungen. 

Das Thema muss also keinen direkten Bezug zum Studium haben?Bereich öffnenBereich schließen

Nein, das muss es nicht. Das Thema kann wirklich frei gewählt werden. Ich bin ziemlich sicher, dass viele Themen der Stipendiat/-innen keinen Bezug zu ihrem Studium hatten. Selbstverständlich kann auch ein studienfachspezifisches Thema gewählt werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen gemeinsam diskutieren.

Und wie hast du dann schließlich erfahren, dass du genommen wurdest?Bereich öffnenBereich schließen

Das war eine ganz emotionale Geschichte. Der Referent der Studienstiftung hatte bereits angekündigt, wenn das Auswahlwochenende erfolgreich war, bekommt man einen größeren Umschlag per Post zugesendet und erhält direkt die Unterlagen für den Förderantrag. Ich bin also jeden Tag zum Briefkasten gegangen und habe gehofft, dass ich bald einen großen Brief erhalte. Nach dem Auswahlwochenende hatte ich echt ein gutes Gefühl. Aber so richtig einschätzen konnte ich es nicht.

Und nach einigen Tagen - ich weiß noch, dass es Samstag, der 6. März war - hatte ich dann diesen großen Briefumschlag in meinem Briefkasten . Ich habe ihn gleich geöffnet, bin in meine Wohnung gerannt und habe mich riesig gefreut. Das war ein sehr emotionaler Moment. Seitdem bin ich überglücklich, diesen Schritt der Bewerbung gewagt habe.

Vor und während des Stipendiums

Welche Voraussetzungen sind für ein Stipendium nötig?Bereich öffnenBereich schließen

Damit man vom Prüfungsamt oder einer Dozentin bzw. einem Dozenten vorgeschlagen wird, ist auf jeden Fall eine hohe wissenschaftliche oder künstlerische Begabung nötig. Dazu zählen natürlich auch sehr gute Leistungen.

Das  Leitbild der Studienstiftung des deutschen Volk besagt, dass von Stipendiat/-innen erwartet wird, Leistungen im Dienste der Allgemeinheit zu erbringen. Ein wichtiger Aspekt ist gesellschaftliches Engagement. Darüber hinaus fördern sie Studierende mit sozialen und intellektuellen Kompetenzen, die mit Neugier und Freude studieren und ein Interesse über das eigene Studienfach hinaus mitbringen.

In den Bewerbungsgesprächen wird auch oft die Meinung zu aktuellen politischen Themen gefragt, die nicht unbedingt etwas mit dem Studiengang zu tun haben. Bei mir ging es beispielsweise um den europäischen Impfausweis, der aktuell entwickelt wird.

Die Kommissionsmitglieder möchten sehen, dass man sich eine eigene Meinung bilden und diese auch mitteilen kann. Dabei spielt es keine Rolle, welches Studienfach man studiert, woher man kommt, welche Religion man hat. Die Studienstiftung zeichnet sich durch Vielfalt aus. Sie fördert daher alle weltanschaulichen, politischen und religiösen Haltungen, die sich innerhalb der demokratischen Werte bewegen.

Welche Bedingungen gelten während des Stipendiums?Bereich öffnenBereich schließen

Nach dem Leitbild der Studienstiftung gibt es drei wichtige Schlagwörter: Leistungen, Initiative und Verantwortung.

Leistung

Es wird erwartet, dass Stipendiat/-innen im Studium weiterhin erfolgreich sind und zu den besten 10-15 Prozenz des Studienfachs gehören. Stipendiat/-innen sollen außerdem neugierig bleiben, ihren Horizont erweitern, auch innerhalb der Studienstiftung offen für andere Ansichten sein, sowie kritisch und eigenständig denken.

Initiative

Das nächste Schlagwort ist Initiative. Damit möchte die Studienstiftung, dass sich die Stipendiat/-innen für demokratische Werte und Gerechtigkeit in der Gesellschaft einsetzen. Es wird gefordert, für seine Überzeugungen in der Gesellschaft auch einzustehen. Die Umsetzung bleibt dabei ganz den Stipendiat/-innen überlassen; sei es in der Hochschule in den Studierendenvertretungen, in einer Partei, in einer kirchlichen Gemeinde, in einem Ehrenamt oder in einem eignen Projekt, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.

Verantwortung

Verantwortung und Initiative gehören eng zusammen, denn mit einer Initiative übernimmt man auch Verantwortung für die Gesellschaft. Es wird erwartet, seine eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu fördern und sein Wissen zu erweitern, um mit den jeweiligen Kompetenzen und Wissen der Allgemeinheit wieder etwas zurückzugeben.

Über die Förderung allgemein

Wie lang dauert die Förderung und wie hoch ist das Stipendium dotiert?Bereich öffnenBereich schließen

Das Stipendium kann sich über Bachelor und Master erstrecken. Wenn man sich zu Beginn seines Studiums bewirbt, gilt es erst einmal bis zum vierten Fachsemester. Danach muss ein Antrag auf Weiterförderung genehmigt werden, der allerdings eher als Formsache gilt. Wenn man - wie ich jetzt beispielsweise - nach dem vierten Fachsemester aufgenommen wird, gilt die Förderung auch gleichzeitig für den anschließenden Master. Zwischen dem Bachelor und dem Master wird eine Pause von drei Jahren gewährt, in denen die Förderung nur pausiert und zu Beginn des Masters wieder einsetzt.

Wie setzt sich die Förderung zusammen?Bereich öffnenBereich schließen

Ich glaube, oft wird bei Stipendien davon ausgegangen, es handele sich ausschließlich um die finanzielle Förderung. Das ist aber nur ein Teil, der aber natürlich sehr unterstützend ist für Studierende. Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes erhält man 300 Euro monatlich als einkommensunabhängige Studienkostenpauschale, die bspw. für Studienmaterialien gedacht sind. Obendrauf erhält man, abhängig von der finanziellen Situation der Familie, auch noch das sogenannte Lebenshaltungsstipendium, das zum Beispiel die Lebenshaltungskosten während des Studiums decken soll. Das würde ungefähr dem BaföG entsprechen, nur mit dem Unterschied, dass man als Stipendiat/-in im Anschluss an die Förderung nichts zurückzahlen muss.

Es gibt aber darüber hinaus noch eine ideelle Förderung. Hier gibt es ein vielfältiges Angebot. Es werden Sprachkurse, Akademien, wissenschaftliche Kollegs, Seminare, Stipendiaten-machen-Programme und vieles mehr angeboten. Bei Frühlings- und Sommerakademien beschäftigt man sich mit einem Themenkomplex zu einer bestimmten Problematik und versucht dann gemeinsam mit den anderen Stipendiat/-innen, beispielsweise aus Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Kulturwissenschaften, einen Lösungsansatz zu finden. Dabei spielt das Netzwerken eine große Rolle. Das sogenannte Stipendiaten-machen-Programm ist ein Programm, in dem sich Stipendiat/-innen dazu entschließen, eigenständig Projekte, Exkursionen, Workshops oder Referate für andere Stipendiat/-innen anzubieten.

In Kürze nehme ich auch an meinem ersten Seminar teil. Das Seminar heißt „Frauen in Führung“ und ist ein Kompetenzseminar. Ich mache in dem Rahmen den Workshop zu Gesprächs- und Verhandlungsführung mit.

Und schließlich gibt es auch noch die Auslandsförderung. Das bedeutet, man bekommt die Möglichkeit, im Ausland zu studieren oder an verschiedenen Sprachkursen teilzunehmen, die dann auch im Ausland stattfinden können. Also: Wenn ich Japanisch lernen möchte, könnte ich nach Japan fliegen und dort Japanisch für drei Wochen lernen (von den aktuellen Reiseeinschränkungen mal abgesehen). Die Stiftung fördert auch dies. Man muss dann nur einen kleinen Eigenanteil zuzahlen.

Ausblick und Empfehlung

Letzte Frage: Kannst du ein Stipendium und die Bewerbung dazu empfehlen?Bereich öffnenBereich schließen

Ja, definitiv. Ich kann das von ganzem Herzen empfehlen. Ich kann auch allen, die sich überlegen, ob sie sich für ein Stipendium bewerben sollen die Angst nehmen, nicht genommen zu werden. Man unterschätzt das ein bisschen, denke ich, denn wirklich jeder und jede hat die Chance dazu. Die Studienstiftung des deutschen Volkes hat keine feste Quote. Es kann sein, dass sie in einem Jahr 50 Leute nehmen und in einem anderen nur einen. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass es Konkurrenz zwischen den Bewerber/-innen gab. Neben der Studienstiftung des deutschen Volkes gibt es auch noch viele andere Begabtenförderungswerke, bei denen man sich ebenfalls bewerben sollte.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht die Erwartung, dass es am Ende wirklich klappt. Ich habe gedacht, ich probiere es einfach mal und war dann auch sehr aufgeregt, den ganzen Prozess mitzumachen. Letztlich hatte ich nichts zu verlieren, ich konnte nur gewinnen - und wenn es wertvolle Kontakte sind. Ich habe an diesem Auswahlwochenende unglaublich viele und interessante Menschen kennengelernt, die alle eine unterschiedliche Lebensgeschichte mitbringen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Prof. Hederer herzlich für die Initiative bedanken. Ohne Sie hätte ich nie die Gelegenheit bekommen, eine so wertvolle Unterstützung durch die Studienstiftung zu erfahren. Ich möchte daher alle Professor/-innen und Dozent/-innen anregen, engagierte und talentierte Studierende bei den verschiedenen Stipendienangeboten vorzuschlagen.

Auch bei der Studienstiftung möchte ich mich für die Aufnahme und die damit verbundene Chance bedanken. Ich werde sie definitiv nutzen und freue mich auf den spannenden Austausch mit anderen Stipendiat/-innen und Alumni.

Redaktioneller Ansprechpartner


	Sebastian Stoye

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Tel.: +49 3375 508 340
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