Nachhaltigkeit an der TH Wildau
Blick auf das Studierendenwohnheim und Haus 16
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Nachhaltigkeit an der TH Wildau

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bestandsaufnahme zur Nachhaltigkeit an der TH Wildau

Von der Arbeitsgruppe BNE der TH Wildau:
Prof. Marcus Frohme
(Forschung), Susanne Lutz (Lehre), Ole Peters (Governance) und Annette Vossel/Anne-Katrin Hirsch (Transfer)
Stand: Oktober 2020

Die Technische Hochschule Wildau hat das Thema Nachhaltigkeit seit längerer Zeit in ihrem Leitbild verankert. In der überarbeiteten Version von 2019 wurde übergreifend formuliert, dass wir anwendungs- und zukunftsorientiert lehren und forschen und unser Angebot an aktuellen Entwicklungen ausrichten. Wichtig ist die Idee der Vernetzung von Lehr-, Forschungs- und Transferaktivitäten. Hierbei ist explizit die Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen und die Einbeziehung von Belangen der Nachhaltigkeit in unsere Tätigkeiten genannt.

Der Senat der TH Wildau hat im Jahr 2019 eine Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz (NUK) gegründet. Ihre strategische Aufgabe ist die Analyse der Situation und die Empfehlung von Handlungsanleitungen.

Als Teil des Projektes "Bildung für nachhaltige Entwicklung an Brandenburger Hochschulen" engagiert sich die TH Wildau in der Arbeitsgruppe BNE. Ziel dabei ist, die Entwicklung von Vision und Zielen zur landesweiten Verankerung von BNE bis 2023, unter Berücksichtigung hochschulübergreifender und –spezifischer Maßnahmen, voranzutreiben.

Als Grundlage für das weitere Vorgehen an der TH Wildau wurde eine Bestandsaufnahme durch eine hochschulweite Umfrage durchgeführt. Abgeschlossene und laufende Maßnahmen - die sich in das weite Feld der Nachhaltigkeit eingruppieren lassen haben wir nach folgender Gliederung aufgenommen:

1. Governance/Betrieb

2. Lehre

3. Forschung

4. Transfer

1. Governance /BetriebBereich öffnenBereich schließen

 

1.1 Hochschulgebäude / bauliche Maßnahmen

  • energiesparende Beleuchtung, Bewegungsmelder in den Gängen und WC, Hinweisschilder, wasserlose Urinale, abschaltbare unabhängige Stromkreisläufe, Blockheizkraftwerk, Wärmepumpen und Erdspeicher (Haus16), solarthermische Anlagen für Warmwasserbereitung an den neuen Studentenwohnheimen, Installation von Photovoltaikanlagen (Haus 15; Haus 100),
  • Mülltrennung; Müllvermeidung, z.B. Stoffhandtücher auf den Toiletten; Sensibilisierung für dieses Thema, z.B. vermittelt International Office den international Studierenden die Mülltrennung in Deutschland
  • Umweltmonitoring mit photonischen Sensoren

1.2 Außenanlagen

  • viele Grünflächen, Regenwasserversickerung vor Ort, automatische Beregnung der Grünflächen

1.3 Mobilität

  • Förderung der Auto-Alternativen durch fahrradfreundliche Infrastruktur, Firmen-/Semesterticket, Förderung von Fahrgemeinschaften
  • Betreiben eines GreenLab: ein energetisch sparsames Büro
  • Nutzen von Solar in verschiedenster Weise, z.B. Solaranhänger in der WMW-Truckflotte oder Solarboot-Team

1.4 Mensa

  • Umweltfreundliche Maßnahmen in der Mensa/Cafeteria, z.B. finanzieller Vorteil bei Mehrwegbecher, im HaSi Papierverpackungen anstatt Plastik, Aushändigen eines Deckels/Löffels nur bei Bedarf, gesundes Essen(auch vegetarisch und vegan)

1.5 Verwaltung/Prozesse

  • Umstellung der Verwaltungsprozesse auf digitale Lösungen
  • Gründung der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz (NUK) im Jahr 2019

  • Partizipative Entwicklung eines Leitbilds Lehre (2020)

  • Zusammenfassung der Steuerorgane zum Umweltmanagement im Bereich „Bauangelegenheiten, Technische Haus- und Betriebsverwaltung“
  • Umweltbezogene Arbeits-und Forschungsgruppen (z.B. sO2lutions)
  • Erstellung des Umweltberichts 2015

2. LehreBereich öffnenBereich schließen

 

2.1 Lehrinhalte

Eine von sieben Stiftungsprofessuren zum Thema Radverkehr ist an der TH Wildau im Studiengang Verkehrssystemtechnik angesiedelt. Damit möchte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Interessen von Radfahrerinnen und Radfahrern künftig noch stärker berücksichtigen.

Weitere Lehrinhalte zu BNE finden sich in folgenden Modulen/Projekten/Studiengängen:

  • „Kooperationsmanagement“ in BWL und WI
  • „Gebäudetelematik I“ mit dem Schwerpunktthema „Energieeffizienz im Gebäude“
  • „Basics of Management“ in EM
  • „Einführung in die Politik- und Verwaltungswissenschaften“ in ÖVBB
  • „Antriebstechnik“
  • Verschiedene Projekte in Automatisierte Energiesysteme
  • „Physikalische Technologien/Energiesysteme“
  • Regenerative Energiesysteme in Studiengängen: B. Physikalische Technologien/Energiesysteme, M. Maschinenbau, M. Automatisierte Energiesysteme
  • „European Economic Policies“
  • „Photonik“
  • „Nachhaltigkeit in der Logistik“
     

2.2 Zusammenarbeit und Teilhabe (Partizipation)

An der Entwicklung eines Leitbilds zur Lehre konnte neben den üblichen Stakeholdern auch die gesamte Studierendenschaft teilhaben. In einem eigens zu diesem Zweck realisierten Tags der Lehre NUR für Studierende konnte in Zusammenarbeit mit dem StudierendenRat deren Meinung eingeholt werden, welche in die weitere Entwicklung des Leitbilds Lehre mit einfließt.

2.3 Transformative Lehr-Lern-Umgebungen

Die für die Bildung Nachhaltiger Entwicklung (BNE) erforderliche Transformation von Lehr-Lern-Umgebungen wird beispielsweise durch inter- und transdisziplinäre Formate unterstützt.

2.4 Entwicklung eines Moduls zur Interdisziplinären Projekt-Arbeit (IPA)

Die aktuell laufenden Reformprojekte beider Fachbereiche bieten die einmalige Chance, interdisziplinäre Studiengang-übergreifende Konzepte gemeinsam zu denken und in die neuen Curricula zu integrieren. Weiterhin steht mit der digitalen Lernfabrik "Wildauer Maschinen Werke" (WMW) eine bisher Bottom-Up umgesetzte interdisziplinäre Plattform mit anwendungsnahen Beispielen zur Verfügung.

Kernpunkt ist ein Interdisziplinäres Modul, das überfachliche Aspekte wie Technikfolgenabschätzung, Ethik in der Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Meeting-Kultur/-Techniken beinhaltet.

2.5 Lebenslanges Lernen

Das Thema „Lebenslanges Lernen“ erfährt u.a. Unterstützung durch regelmäßige Veranstaltungen der Formate Kinderuni und Seniorenseminar (siehe auch Transfer).

2.6 Weitere Angebote an Studierende, die ihre Befähigung zum/zur „change agent“ unterstützen

3. ForschungBereich öffnenBereich schließen

Nachhaltigkeit in der Forschung wird sehr stark extrinsisch getriggert, denn Forschungsprogramme adressieren häufig Konsistenz-Strategien. In Forschungsanträgen muss oft auch auf Nachhaltigkeit eingegangen werden, was meist bedeutet, dass die Effizienz (eines Gerätes, eines Prozesses etc.) adressiert wird.

Entsprechend bringen sich die Forschenden an der TH Wildau fallweise in Forschungsprogrammen im Bereich Energie ein. Herausragend in Bezug auf Konsistenz-Strategien ist die Abteilung Regenerative Energietechnik, die ein breites Spektrum von der nachhaltigen Energieerzeugung über die Speicherung/Steuerung bis zu Verbrauchern (bspw. Lichtquellen) beforscht. In der Bioprozesstechnik wird dies um die Algenbiotechnologie ergänzt, welche Algen als Energie- und Lieferanten von wertvollen Naturprodukten untersucht.

In der Physikalischen Technik wird eher punktuell das Thema Nachhaltigkeit berührt. In mehreren Projekten werden energieeffizient arbeitende Bauelemente (CMOS-Chips, Sensoren), Energieeffizienz in Prozessen (Herstellung von Turbinen und Gleitlagern) oder die Entwicklung von Bauteilen für das Umweltmonitoring (Nitratsensor, Gewässerüberwachung, Schadstoffe in der Atmosphäre) bearbeitet.

In der Abteilung Molekulare Biotechnologie gibt es die thematischen Säule “Umwelt” in der Themen wie die Reduktion von Methanemmissionen von Deponien und Schadstoffmonitoring in Baustoffen und in Boden beforscht werden. Verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte (Massentierhaltung, Ökolandwirtschaft und “fairer” Handel) werden im Rahmen von Projekten in der thematischen Säule Food/Landwirtschaft mit bearbeitet. In der Abteilung gibt es einen Beauftragten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit der nach innen, jedoch auch auf die Industriepartner Einfluss nehmen soll. 

4. TransferBereich öffnenBereich schließen

Hochschulen als öffentliche Einrichtungen sind zunehmend mit Forderungen aus der Gesellschaft konfrontiert, Beiträge zum Gemeinwohl zu leisten. Die Politik erwartet solche Beiträge von Hochschulen in Lehre, Forschung und Third Mission und schreibt sie in Hochschulverträgen fest. Solche Aktivitäten können als Transfer von Hochschulen aufgefasst werden. Darunter wird der wechselseitige und kooperative Austausch von Wissen, Ideen, Dienstleistungen, Technologien und Erfahrungen zwischen Hochschule und externen AkteurInnen aus Wirtschaft, Politik, öffentlichem Sektor, Kultur und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe verstanden. Transfer schafft einen Mehrwert bei den beteiligten PartnerInnen und in der Gesellschaft. Wenn es um Transfer von Hochschulen für nachhaltige Entwicklung geht – kurz: Nachhaltigkeitstransfer – dann ist eine explizite Positionierung der Aktivitäten und AkteurInnen für Nachhaltigkeit erforderlich. Das Ziel von Nachhaltigkeitstransfer ist ein Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung in der Gesellschaft. (aus Projekt HOCH N)

 „Die TH Wildau legt bei der vorliegenden Strategie ein breites Transferverständnis zugrunde. Transfer wird verstanden als die wechselseitigen Interaktionen zwischen der Hochschule mit ihrer Umwelt. Dieses Verständnis von Transfer steht im Einklang mit der Dritten Mission, welche die Hochschulen neben der Forschung und Lehre verfolgen. Das bedeutet, Transfer ist mehr als der reine Technologietransfer, und nicht nur Unternehmen, sondern auch Institutionen, z.B. Verbände, öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen sowie die Öffentlichkeit als Ganzes können Partner des WTT sein. Gleichwohl besitzt der Technologietransfer für die TH Wildau als technische Hochschule eine herausgehobene Bedeutung.“ (Aus der Wissens und Technologietransferstrategie der TH Wildau, Stand 05/2017)

 

Methoden für einen Nachhaltigkeitstransfer

4.1 Öffentliche Veranstaltungen/Veranstaltungsreihen:

  • Kinderuni
  • Seniorenseminar
  • Jährliche Wissenschaftswoche mit populärwissenschaftlichen Veranstaltungen
  • Medizinische Sonntagsvorlesungen
  • Nawitex-Schülerlabore: PhystecLAb: Workshops für Schüler aus den Bereichen der regenerativen Energien wie PV, Wind, Wasserstoff
  • Veranstaltungen des Wildauer Netzwerkes - Künstliche Intelligenz (WinKI)

 

4.2 Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis durch

  • Studentische Projekte
  • Fachübergreifende Projektarbeit (WMW)
  • FuE-Anfragen/Problemstellungen der Praxispartner werden z.B. in Abschlussarbeiten bearbeitet und die Ergebnisse fließen zurück an Praxispartner
  • FuE Projekte zwischen TH Wildau und Unternehmen

 

4.3 Darstellung der Potentiale der Hochschule: 

  • Transferpass
  • Transfersteckbriefe
  • InnoRadar 

 

4.4 Darüber hinaus findet der Austausch mit Akteuren (Unternehmen/ Forschungseinrichtungen/allgemeinen Gesellschaft) statt mit

  • Konferenzbeiträgen
  • Populärwissenschaftlichen Publikationen
  • wissenschaftlichen Veröffentlichungen

 

sowie durch die

  • Präsenzstellen der TH Wildau in den regionalen Wachstumskernen (Luckenwalde, Finsterwalde, Fürstenwalde)

Zu BNE bei der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit