Krisenfestigkeit von morgen: Forschungsprojekt RESKON stärkt die Resilienz von Kommunen und Verwaltung

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25. Februar 2026 | Sicherheitsforschung

Krisenfestigkeit von morgen: Forschungsprojekt RESKON stärkt die Resilienz von Kommunen und Verwaltung

Zukunftsbild Resilienz in Behörden und Verwaltungen (: M. Lange / KI-generiert mit Gemini)

Wie lassen sich die Handlungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit von Kommunen und Verwaltungen gegenüber Krisen nachhaltig sichern? Das Forschungsprojekt RESKON entwickelt hierfür messbare Lösungen und fähigkeitsbasierte Ansätze zur kontinuierlichen Verbesserung der kommunalen Resilienz. Die Technische Hochschule Wildau ist Partnerin des Konsortiums.

Störungen der kritischen Infrastruktur, Cyberangriffe oder langanhaltende Krisenlagen stellen Staat und Verwaltung vor wachsende Herausforderungen. Das Verbundprojekt RESKON - „Nachhaltige fähigkeitsbasierte messbare Resilienzerhöhung von Staat und Verwaltung durch kontinuierliche Verbesserung“ - begegnet diesen mit einem systemischen Ansatz. Im Fokus steht die Entwicklung von Instrumenten, die Verwaltungen dabei unterstützen, ihre Resilienz nicht nur situativ, sondern durch einen dauerhaften Verbesserungsprozess zu steigern und messbar zu machen. Die Technische Hochschule Wildau (TH Wildau) ist Partnerin des Projektkonsortiums von RESKON und an allen Arbeitspaketen des Vorhabens beteiligt.

Widerstandsfähigkeit proaktiv gestalten – der Resilienz-Werkzeugkoffer

Das Hauptziel von RESKON ist die Befähigung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), ihre Widerstandsfähigkeit proaktiv zu gestalten. Das Konsortium entwickelt dazu im Vorhaben eine Art Werkzeugkoffer, der aus sechs ineinandergreifenden Modulenbesteht, die gemeinsam als integriertes System, aber auch separat genutzt werden können:

  • Resilienzfähigkeitsmodell – Qualitative Bestimmung bestehender und erforderlicher resilienzrelevanter Fähigkeiten in Behörden. Das Modell beschreibt Fähigkeitsstufen, Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Eine fragebogenbasierte Evaluation erfasst IST- und SOLL-Zustand sowie Fähigkeitslücken in Verwaltungen und Behörden.
  • Resilienzquantifizierung – Quantitatives Verfahren zur Messung der Resilienz mittels Netzwerkmodell zentraler Behördenelemente. Simulationen für definierte Szenarien bewerten die Wirkung konkreter Maßnahmen (z. B. Personalaufstockung).
  • Methodenkatalog – Systematische Übersicht resilienzsteigernder Maßnahmen, Methoden, Instrumente und Trainings. Bewertung nach Praktikabilität, Ressourcenbedarf, Fähigkeitsbezug und erwarteter Wirkung zur gezielten Fähigkeitsverbesserung.
  • Kooperationskonzept – Konzept zur Stärkung von Kommunikation, Koordination und Wissenstransfer innerhalb und zwischen Behörden, aufbauend auf dem integrierten Risikomanagement des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  • Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) – Behördenorientiertes Konzept zur strategischen und nachhaltigen Optimierung von Prozessen und Strukturen. Fördert Umsetzung, Vertrauenskultur und Innovation unter behördlichen Rahmenbedingungen.
  • Transformations- und Trainingsformate – Unterstützen die praktische Umsetzung und den Transfer in den Behördenalltag. Fördern Verständnis, Handlungsfähigkeit und nachhaltigen Kulturwandel.

„Alle Schritte gesamt betrachtet ergeben als Module eine Art Zyklus, der von der initialen Resilienzbewertung über die Maßnahmenidentifikation und -umsetzung bis zur erneuten Bewertung als Erfolgskontrolle dient und das erreichte Ressilienzniveau so kontinuierlich anpasst und verbessert“, sagt Jan Seitz, der das Teilprojekt in der Forschungsgruppe Sichere Systeme und Prozesse an der TH Wildau koordiniert.

Die Forschungsgruppe widmet sich in ihrem Projektteil insbesondere der methodischen Begleitung und der praktischen Anwendung in Kommunen. Das zu entwickelnde Resilienzfähigkeitsmodell basiert auf fachlicher Expertise, systematischer Analyse und dem Feedback der Praxispartner*innen. Die TH Wildau erarbeitet das Konzept für das Modell. Ziel ist es, das aktuelle und erforderliche Fähigkeitsniveau zu erfassen und ein Zukunftsbild behördlicher Resilienz zu definieren, die Basisresilienz zu bestimmen sowie individuelle Fähigkeitsprofile zu erheben. Zusammen mit Praxis- und Forschungspartner*innen wird das Modell in einem weiteren Schritt erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt. Ein zentraler Output ist ein praxisnaher Leitfaden zur eigenständigen Anwendung durch Behörden sowie die Erprobung der Ergebnisse mit den Projektbeteiligten.

In einem weiteren Arbeitspaket konzipiert die TH Wildau einen speziell auf Behörden zugeschnittenen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Dabei werden typische strukturelle Herausforderungen wie bürokratische Abläufe, starre Hierarchien und bestehende Fehlerkulturen berücksichtigt. Der KVP wird wiederholt in der Praxis getestet und fortlaufend optimiert. Auch hier entsteht unter anderem ein Leitfaden zur Einführung und nachhaltigen Verankerung in Behörden.

Starke Partner*innen für zivile Sicherheit

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Zu den Konsortium gehören neben der TH Wildau :

Weitere Praxis- und assoziierte Partner*innen sind die Hochschulstadt Wildau, die Gemeinde Hofstetten, das German Institute of Defense Studies, die Deutsche Hochschule der Polizei und das The European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats (Hybrid CoE).

Praxis-Check im Dialog – Podcast bei radioSWK

Wie diese theoretischen Ansätze in der kommunalen Realität greifen, erörterten Jan Seitz und Frank Nerlich, Bürgermeister der Hochschulstadt Wildau (assoziierter Partner), kürzlich in der Radiossendung „TH Themen“ von radioSKW. Im Interview mit Moderatorin Susanne Trotzki beleuchten die beiden, wie reale Szenarien und Sicherheitsvorfälle in Städten und Kommunen aussehen oder aussehen könnten, warum eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Resilienzstrategien für eine moderne Stadtverwaltung als kontinuierlicher Verbesserungprozess unverzichtbar ist und warum die angewandte Wissenschaft hier so wichtig ist. Das Interview gibt es zum Nachhören als Podcast bei radioSKW und Spotify.

Weiterführende Informationen

Fachliche Ansprechperson TH Wildau:
Jan Seitz
Projektkoordinator
Forschungsgruppe Sichere System und Prozesse
Hochschulring 1, 15745 Wildau
E-Mail: jan.seitz(at)th-wildau.de

Ansprechpersonen Externe Kommunikation TH Wildau:
Mike Lange / Mareike Rammelt
TH Wildau
Hochschulring 1, 15745 Wildau
Tel. +49 (0)3375 508 211 / -669
E-Mail: presse(at)th-wildau.de
Web: www.th-wildau.de/hochschulkommunikation

Text: ML 

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