Forschungsprojekte
Campuswiese mit Blick auf Haus 15 und Halle 14

Forschungsprojekte

zum Studiengang

Laufende Forschungsprojekte an der Stiftungsprofessur "Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen"

NUDAFABereich öffnenBereich schließen

In 2019 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den dreistufigen Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ ausgelobt. Im Rahmen dieses Wettbewerbs hat die Gemeinde Eichwalde das Forschungsprojekt “Nutzerdaten- gestützte Planung eines integrierten Fahrradverkehrsnetzes für die Kommunen Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen im Umland der Metropole Berlin und des Großflughafens BER“ (NUDAFA) initiiert. 

Zentrale Ziele des NUDAFA-Projektes (Phase 1 und Phase 2)
Die Gemeinde Eichwalde will in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren den (Alltags-)Radverkehr in der suburban geprägten Region stärken. Dabei soll der mögliche Nutzen sowie die Grenzen der Einbindung von Datenverarbeitungsmethoden in Planungs- und Kommunikationsprozesse kritisch erforscht werden. 

Die wesentlichen Ziele des Projekts sind dabei…
 (1) die Erstellung einer webbasierten (Nutzer-)datenbasierten Kommunikations- und Planungsplattform, zum Darstellen komplexer räumlicher Zusammenhänge im Radverkehr, zur Unterstützung interkommunaler Zusammenarbeit durch die Bereitstellung notwendiger Informationen um die Herstellung durchgehender Radinfrastruktur zu begünstigen,
 (2) die partizipative Einbindung der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in die Konzeption des interkommunalen Radwegenetzes und die Entwicklung von Maßnahmen sowie die interkommunale, transdisziplinäre Vernetzung lokaler Akteur*innen bei der Umsetzung von Realexperimenten, und
 (3) Entwicklung übertragbare Projekte, Strategien und Tools, deren Evaluierung und der Transfer der Erkenntnisse in für andere Kommunen geeigneten Formaten. Parallel dazu soll auf der Webplattform für andere Kommunen Handreichungen für konkrete Maßnahmen veröffentlicht werden.

Projektpartner*innen:

Gemeinde Eichwalde: Verbundkoordination

FixMyCity: Konzeptentwicklung für Webplattform

TH Wildau: Realexperimente

TU Berlin: Begleitforschung

Mit ihrer Projektskizze konnte sich die Gemeinde Eichwalde in der Phase 1 erfolgreich für die Phase 2 qualifizieren und sich mit der Konzeption eines Reallabors für interkommunale Radverkehrsförderung eine umfassende Projektförderung bis Juni 2024 sichern.

Zu nah? – Mit Abstand mehr Sicherheit! - Ein Citizen Science ProjektBereich öffnenBereich schließen

Das Projekt „Zu nah?- Mit Abstand mehr Sicherheit!“ hat das Ziel, eine konkrete Fragestellung im Straßenverkehr zu beantworten: Wie nah werden Fahrradfahrer*innen von Autos tatsächlich überholt? Da bei zu geringem Überholabstand Radfahrende gefährdet sind, gilt laut StVO beim Überholen von Fahrrädern ein Mindestabstand von 1,5 Metern (innerorts) bzw. 2 Metern (außerorts). Studien zeigen, dass das Fahrrad – aus Angst im Straßenverkehr gefährdet zu werden – häufig gar nicht erst genutzt wird. Gemeinsam mit Bürger*innen aus Brandenburg möchten wir herausfinden, welche Umstände wie z. B. parkende Autos, erlaubte Geschwindigkeit, Breite der Straße usw. dazu führen, dass dieser Abstand nicht eingehalten wird. Dafür bauen wir gemeinsam mit den Bürger*innen in Workshops OpenBikeSensoren, die den Überholabstand zwischen Fahrrädern und Autos messen. Die Bürger*innen nutzen den OpenBikeSensor bei ihren Fahrradfahrten, sodass der geltende Mindestüberholabstand überprüft und die gesammelten Daten systematisch analysiert werden können.

Die wesentlichen Ziele des Projekts sind:
 (1) der Aufbau einer Datenbasis der gemessenen Überholabstände in einem regionalen OBS-Portal
 (2) die Identifikation von Gefahrenstellen im Straßenverkehr in der Region
 (3) die partizipative Einbindung der Brandenburger Bürger*innen
 (4) der Abgleich subjektiver Einschätzungen bezüglich der Überholabstände mit objektiven Daten
 (5) die systematische Analyse der Einflussfaktoren auf Überholabstände (bspw. Ortslagen, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder vorhandene Radinfrastruktur)
 (6) die Ableitung von Bedarfen für Maßnahmen zur Steigerung der Sicherheit im Radverkehr
 

Der OpenBikeSensor

Der OpenBikeSensor ist ein von Bürger*innen ehrenamtlich entwickeltes Open Source-Projekt, das dazu beitragen möchte, dass der gesetzlich vorgeschriebene Überholabstand zu Fahrradfahrenden eingehalten wird. Das Projekt hat im Februar 2022 den 1. Platz des Deutschen Fahrradpreises in der Kategorie Service & Kommunikation gewonnen. Mit einem GPS-Modul und Ultraschall-Sensor versehen, wird bei Überholvorgängen der genaue Ort ermittelt, der jeweilige Abstand rechts und links gemessen und auf der im Sensor eingebauten SD-Karte gespeichert. Das Open Source-Projekt OpenBikeSensor stellt alle Bau- und Schaltpläne, die dazugehörige Software und sogar Pakete, die alle notwendigen Teile für den Eigenbau enthält, zur Verfügung. So kann das Projekt gemeinschaftlich weiterentwickelt werden und jede*r ist in der Lage, mit wenigen Ressourcen das Gerät zu nutzen. Rund um den OpenBikeSensor gibt es eine wachsende Community, die schon in vielen Orten in Deutschland Überholvorgänge misst und die Technik der Sensoren stetig weiterentwickelt.
 

Projektpartner*innen:

Innovation Hub 13: Verbundkoordination
BMVI-Stiftungsprofessur Radverkehr an der TH Wildau: Begleitforschung & Datenauswertung
Makerspace ViNN:Lab der TH Wildau: Durchführung der Workshops
Präsenzstelle Luckenwalde: Durchführung der Workshops
Makerspace COLab an der BTU Cottbus-Senftenberg: Durchführung der Workshops