Mehr Sicherheit vor der Melli-Beese-Schule in Berlin - Studierende der TH Wildau unterstützen mit Mobilitätskonzept

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23. September 2026 | Transfer

Mehr Sicherheit vor der Melli-Beese-Schule in Berlin - Studierende der TH Wildau unterstützen mit Mobilitätskonzept

Kind mit Schulrucksack auf dem Rücken steht an einer Bordsteinkante und ein Auto fährt vorbei
Die Melli-Beese-Schule in Berlin arbeitet seit Herbst 2025 mit Studierenden der TH Wildau an einem ganzheitlichen Mobilitätskonzept für mehr Sicherheit auf dem Schulweg. (Symbolbild: U. J. Alexander@adobe.stock.com)

Eine Berliner Grundschule bäumt sich gegen Elterntaxis auf und setzt sich ein für mehr aktive Mobilität auf dem Schulweg zur Reduzierung der Unfallgefahr ein. Seit Herbst 2025 arbeitet ein Team der Schule mit Studierenden der TH Wildau zusammen. Gemeinsam mit Schulkindern der Grundschule, Eltern und Lehrkräften entwickeln sie ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für mehr Sicherheit auf dem Schulweg.

„Wir wollen einen Zebrastreifen!“, „Keine Raser mehr!“, „Fußgänger leben länger“ skandierten die Grundschüler*innen der Melli-Beese-Grundschule (MBS) Anfang September in Berlin-Johannisthal. Etliche Schulkinder hielten selbstgemalte Plakate mit ihren Forderungen in die Höhe, riefen laut oder benutzten Trillerpfeifen, um gehört zu werden. Die Polizei hatte die Straße vor dem Schulgebäude für die angemeldete Demonstration für mehr Sicherheit auf dem Schulweg abgesperrt, damit die Kinder und die Lehrkräfte sicher demonstrieren konnten. Wogegen sie protestierten: Eltern halten mit ihren Autos frühmorgens in erster und zweiter Reihe direkt vor dem Eingang der Schule. Auf beiden Seiten der schmalen Straße wird geparkt, um Kinder abzusetzen, BVG-Busse, Kinder und Eltern auf Fahrrädern und Fußgänger*innen versuchen ihren Weg zu finden. Die Gefahr von Unfällen ist groß, vor gut einem Jahr wurde ein Kind von einem Auto angefahren und schwer verletzt.

Für die Schulgemeinschaft war klar: Es muss sich etwas ändern! Die Demonstration war dabei einer der zahlreichen Schritte auf dem Weg der Melli-Beese-Grundschule hin zu mehr Sicherheit. Unter dem Motto „Zu Fuß zur Schule“ fand nicht nur der Protestzug statt, sondern vier Linien für Laufbusse waren organisiert: Routen, auf denen die Kinder sich zu Gruppen zusammenfinden, die von einem Elternteil begleitet werden. Am Zaun der Schule hängt nun dauerhaft ein Banner mit der Aufschrift „Ohne Elterntaxi – Ich schaff das allein!“ Schulleiterin Monika Pyrlik zeigte sich am Tag der Demonstration „begeistert, dass heute deutlich weniger Autos vor der Schule zu sehen waren! Es hat sich auch gleich viel sicherer angefühlt!“ Sie sei jetzt sehr zuversichtlich: „Wir haben hier den richtigen Weg eingeschlagen!“.

Melli-Beese-Lehrer Boris Kunofski, der den Zu-Fuß-Tag mit organisiert hat, fügt hinzu: „Die Kinder hier zu sehen, wie sie geschlossen mehr Sicherheit und weniger Autos fordern, zeigt doch, dass hier etwas in Schieflage ist. Wir hoffen auf eine baldige Verbesserung der Situation!“

Zusammenarbeit mit Studierenden der TH Wildau 

Seit Herbst 2025 arbeitet die Schulleitung der Melli-Beese-Schule mit der Technischen Hochschule Wildau (TH Wildau) an einem ganzheitlichen Mobilitätskonzept. Studierende der Hochschule haben bereits unter Beteiligung von Schulkindern der Grundschule, Eltern und Lehrkräften ein Konzept für mehr Sicherheit auf dem Schulweg entwickelt. Das Konzept enthält Maßnahmen sowohl für sicherere Infrastruktur als auch Kommunikation mit der Elternschaft, mit Anwohnenden und den Schulkindern über die Situation vor dem Schulgebäude. Gehört wurden dazu auch die Polizei, Vertreter*innen der BVG, des Bezirks und der Senatsverwaltung. Das Mobilitätskonzept wurde dem Schulamt und dem Bezirksamt vorgelegt.

Erste Erfolge zeigen sich

Einer der ersten Erfolge: Es wird ein Zebrastreifen vor dem Schuleingang geprüft und über eine veränderte Verkehrsführung nachgedacht. Auch sollen Elterntaxiplätze rund 200 Meter entfernt vom Eingang eingerichtet werden, damit sich die Situation vor dem Eingang weiter entspannt.

„Die Kinder fordern es ein: sichere Schulwege, mehr Platz zum Gehen und Radfahren, Zebrastreifen, aber vor allem weniger angstmachende Autos“, schwärmt Prof. Christian Rudolph von der TH Wildau, der die Demonstration begleitete. Er ist begeistert, dass die Schule für mehr Sicherheit kämpft und nun konsequent die Vorarbeiten der Studierenden Stück für Stück zusammen mit dem Bezirk umzusetzen versucht. Christian Rudolph hofft, dass die Melli-Beese-Schule hier eine Vorbildfunktion übernimmt. Es sei wichtig, zu zeigen, „dass mit Engagement, Expertise und einer gewissen Hartnäckigkeit sich Dinge auch verändern lassen“.

Weiterführende Informationen

Informationen zur Stiftungsprofessur Radverkehr: www.th-wildau.de/radverkehr

Fachliche Ansprechperson der TH Wildau

Prof. Christian Rudolph
Professur Radverkehr
TH Wildau
Hochschulring 1, 15745 Wildau 
E-Mail: christian.rudolph@th-wildau.de

Ansprechpersonen Externe Kommunikation TH Wildau:

Mike Lange / Mareike Rammelt
TH Wildau
Hochschulring 1, 15745 Wildau
Tel. +49 (0)3375 508 211 / -669
E-Mail: presse(at)th-wildau.de

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