Fahrzeugtechnik zum Anfassen
Exkursion zur S-Bahn-Werkstatt in Erkner
VS23 + VS24: Exkursion

Fahrzeugtechnik zum Anfassen

Exkursion in das S-Bahn-Werk des Historischen S-Bahn Berlin e. V. in Erkner

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Bericht zur Exkursion der TH Wildau am 05.06.2026 zur S-Bahn-Werkstatt Erkner

Im Rahmen des Moduls Fahrzeugsystemtechnik fand am 05. Juni 2026 eine Exkursion in die S-Bahn-Werkstatt Erkner statt. Die Seminargruppen VS-23 und VS-24 wurden vom Historischen S-Bahn e. V. eingeladen. Thema der Exkursion waren vor allem die Bremsen von Schienenfahrzeugen. Ziel war es, die Funktionsweise dieses weit verbreiteten Bremssystems praxisnah zu erläutern.

Im Theorieteil der Exkursion wurden in einer „Holzklasse“ der Baureihe 475 die technischen Aspekte der Bremssysteme im Schienenverkehr von unserem Gastgeber, Herrn Schneider, erklärt. Nach der physikalischen Einführung zu den Kräften, die während eines Bremsvorgangs auf die Räder wirken, lag der Fokus auf der Funktionsweise der Druckluftbremse. Diese existiert bereits seit fast 150 Jahren und bildet noch heute die Grundlage der Bremssysteme von Schienenfahrzeugen. Dies liegt unter anderem an ihren Eigenschaften, da sie durchgehend, indirekt und selbsttätig wirkt.

Darüber hinaus wurden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten der Druckluftbremse erläutert. Diese ermöglichen es, auch lange Zugverbände ohne übermäßige Materialbelastung sicher zum Stillstand zu bringen. Im Schienenverkehr stellt die Kontrolle großer Massen und der damit verbundenen hohen kinetischen Energie eine physikalische Herausforderung dar. Daher verfügen bereits die über 100 Jahre alten Bremssysteme über verschiedene Einstellmöglichkeiten an den Bremsen jedes einzelnen Wagens. Diese wurden den Studierenden praxisnah und anschaulich erläutert.

Im praktischen Teil der Exkursion hatten die Studierenden die Möglichkeit, die historischen S-Bahn-Fahrzeuge und insbesondere deren Bremsanlagen näher kennenzulernen. Im Führerstand konnten sie nacheinander die Bremse im Stillstand bedienen und so die theoretischen Inhalte mit praktischen Erfahrungen verknüpfen. Dabei wurde deutlich, wie viel Feingefühl für eine sanfte mechanische Bremsung erforderlich ist.

Außerdem bot sich den Studierenden die Gelegenheit, die Fahrzeuge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Unter dem Fahrzeug konnten die zuvor theoretisch beschriebenen Komponenten in der Praxis begutachtet werden. Durch die Betätigung der Bremse im Führerstand ließ sich das System unter dem Fahrzeug nicht nur sehen, sondern auch deutlich hören. Dort war ebenfalls der Magnet des Zugbeeinflussungssystems der S-Bahn (ZBS) zu erkennen. Durch die Nachrüstung der historischen S-Bahn-Züge mit dem ZBS ist es möglich, die über 100 Jahre alten Fahrzeuge weiterhin auf dem Berliner S-Bahn-Netz einzusetzen.

Ein besonderes Highlight war eine kurze Rangierfahrt mit den historischen S-Bahn-Fahrzeugen auf dem Werkstattgelände in Erkner. Diese konnten die Studierenden sogar im Führerstand miterleben. Spannend waren zudem die Erläuterungen von Herrn Schön zur Stromversorgung der Berliner S-Bahn. Die gezeigten Experimente lieferten nicht nur eindrucksvolle Bilder, sondern förderten auch das Verständnis für die Energieversorgung der Fahrzeuge.

Während der Exkursion konnten die Studierenden Theorie und Praxis der Bremssysteme miteinander verbinden und ein vertieftes Verständnis für die wesentlichen Komponenten von Schienenfahrzeugen erlangen. Auch der Einblick in die Technik der über 100 Jahre alten Fahrzeuge steigerte die Faszination für die Technik der Berliner S-Bahn.

Wir bedanken uns beim Historischen S-Bahn e. V. für den spannenden Einblick in das System S-Bahn. Besonderer Dank gilt Herrn Schneider und Herrn Schön für die anschaulichen Erläuterungen und ihr Engagement.

 

(Text: Simon Dähnick, Student Verkehrssystemtechnik)