Fahrzeugtechnik zum Anfassen
Exkursion zu den Wasserstoffzügen der NEB in Basdorf
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Exkursion zum Wasserstoffzug der NEB

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  6. 20260611 Exkursion zur Wasserstofftankstelle und den Wasserstofffahrzeugen der NEB

Bericht zur Exkursion zum Wasserstoffzug und zur Wasserstofftankstelle der NEB

Am 11.06.2026 besuchten die Studierenden der Verkehrssystemtechnik im Rahmen des Moduls Fahrzeugsystemtechnik die Werkstatt der Niederbarnimer Eisenbahn Aktiengesellschaft (NEB) in Basdorf. Gegenstand der Exkursion waren die Vorstellung des neu eingeführten Wasserstofffahrzeugmodells, Einblicke in die Werkstatt sowie die Modernisierung von Pesa-Link-Fahrzeugen.

Zunächst stellte Herr Glauer am Bahnhof Karow das Unternehmen NEB vor. Die NEB wurde 1901 gegründet und feierte zum Zeitpunkt der Exkursion ihr 125-jähriges Bestehen. Das Unternehmen verfügt über rund 48 km eigene Infrastruktur und erbringt jährlich etwa 7 Mio. Zugkilometer im Umland der Region Berlin. Die Tochtergesellschaft "NEB Betriebsgesellschaft" betreibt den Schienenpersonennahverkehr in Brandenburg und der Metropolregion Berlin, wobei keine Linienführung in die Berliner Innenstadt erfolgt.

Im Anschluss erläuterte Herr Glauer am Bahnhof Basdorf das neue Wasserstofffahrzeugmodell näher. Die Wasserstofftriebzüge sind in ihrem Aufbau weitgehend mit elektrischen Fahrzeugen vergleichbar. Die NEB verfügt aktuell über sieben Wasserstofffahrzeuge in der Flotte, von denen zwei als Reserve dienen. Bei der Einführung der Fahrzeuge traten zunächst Probleme im Zusammenhang mit der Wasserstofflieferung auf, insgesamt hat sich die Technologie jedoch im Betrieb bewährt. Die größte Herausforderung liegt weniger in der Fahrzeugtechnik selbst als in der Wasserstoffversorgung, da bisher keine regionale Herstellung erfolgt und der Wasserstoff daher per Lkw aus Sachsen-Anhalt angeliefert wird. Eine Versorgung über eine Pipeline vom noch zu bauenden Wasserstoffwerk in Wensickendorf wurde zwar diskutiert, jedoch nicht weiterverfolgt.

Im weiteren Verlauf gab Herr Galle, Werkstattleiter der NEB, einen Einblick in die Instandhaltung in Basdorf. Die Werkstatt dient als zentrale Betriebsstätte und verfügt unter anderem über eine eigene Waschanlage. Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten können größtenteils vor Ort durchgeführt werden, während umfangreichere Revisionen durch externe Dienstleister erfolgen. Zur Sicherstellung der Betriebssicherheit ist die Werkstatt mit verschiedenen Überwachungssystemen ausgestattet, darunter Sensoren zur Detektion von Wasserstoffkonzentrationen.

Zusätzlich kommt ein funkgesteuertes, batterieelektrisch betriebenes Zweiwegefahrzeug zum Einsatz, das Rangierarbeiten im Werkstattbereich übernimmt und damit den Kraftstoffverbrauch der Züge reduziert. Dies trägt sowohl zur Kostensenkung als auch zur Erhöhung der Sicherheit bei.

Abschließend präsentierte Herr Bondarenko die Modernisierung der Pesa-Link-Fahrzeuge. Diese dieselbetriebenen Triebzüge aus Polen sind seit rund zehn Jahren bei der NEB im Einsatz, insgesamt umfasst die Flotte elf Fahrzeuge dieses Typs. Aufgrund des Alters und der technischen Weiterentwicklung wurden umfassende Nachrüstungen zur Angleichung an die Mireo-Fahrzeuge, v. a. bei der Fahrgastinformation, erforderlich, die überwiegend durch die NEB selbst durchgeführt werden, da der Hersteller nach Ablauf der Gewährleistung nur eingeschränkt Unterstützung leistet und entsprechende Expertise im deutschen Raum kaum vorhanden ist. Jede technische Änderung erfordert dabei eine detaillierte sicherheitstechnische Bewertung sowie eine umfassende Dokumentation und Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt.

Im Zuge der Modernisierung traten verschiedene technische Herausforderungen auf, darunter vibrationsbedingte Schäden an Schweißverbindungen im Bereich der Trittstufenkonstruktion zum Führerstand, Unterschiede in der Verkabelung zwischen einzelnen Fahrzeugen sowie teilweise inkompatible Softwarestände, die eine Kopplung der Fahrzeuge erheblich erschwerten.

Zusammenfassend zeigt die Exkursion, dass der Einsatz von Wasserstofffahrzeugen bei der NEB erfolgreich umgesetzt wurde, insbesondere im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Betriebserfahrungen.

Abschließend möchten wir Herrn Glauer, Herrn Galle und Herrn Bondarenko sowie allen Mitarbeitenden der Niederbarnimer Eisenbahn herzlich für die Organisation und Durchführung der Exkursion danken. Besonderer Dank gilt den Referenten für die interessanten Einblicke in den Betriebsalltag sowie für die ausführliche Beantwortung der Fragen der Studierenden.

 

Piotr Jagla (Student Verkehrssystemtechnik)